Ärzte Zeitung online, 07.12.2018

WHO

Pro Jahr 1,35 Millionen Verkehrstote weltweit

Gefahr auf den Straßen der Welt: Gut ein Viertel der jährlich über 1,3 Millionen Toten im Verkehr sind nach WHO-Zahlen Fußgänger und Fahrradfahrer.

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Verkehrsunfall auf der Straße: Radfahrer sind hier weltweit besonders gefährdet.

© Daniel Bockwoldt / dpa / picture alliance

GENF. Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,35 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen. Gut ein Viertel aller Opfer seien Fußgänger und Fahrradfahrer, berichtete die WHO am Freitag in Genf. „Das ist ein inakzeptabler Preis, den wir für die Mobilität zahlen“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Wie Verkehrsunfälle vermieden werden könnten, sei klar. Mehr Regierungen müssten die Maßnahmen aber umsetzen: Zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen, Gurt- und Helmzwang, sichere Bürgersteige und Wege für Zweiradfahrer, ein Alkoholverbot am Steuer, Sicherheitsstandards für Autos und effektive Kontrollen.

Dramatisch ist die Lage nach WHO-Angaben vor allem in den ärmsten Ländern. In Europa kämen pro 100.000 Einwohnern statistisch gesehen im Jahr 9,3 bei Verkehrsunfällen um. In Afrika seien es hingegen 26,6. Insgesamt stieg die Zahl der Fälle leicht von 1,25 Millionen 2014. Bedenke man aber den Bevölkerungszuwachs, habe sich die Rate stabilisiert.

In den westlichen Industrieländern sind Verkehrsunfälle als Todesursache sogar seltener geworden.

Mehr als 100 Länder mit zusammen 5,3 Milliarden Einwohnern hätten eine Gurtpflicht, aber nur 44 Länder mit 2,3 Milliarden Einwohnern hätten effektive Gesetze gegen Alkohol am Steuer. Kindersitze seien nur in 33 Ländern mit 652 Millionen Einwohnern vorgeschrieben, kritisierte die WHO. (dpa)

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