Ärzte Zeitung, 26.01.2005

Medizinstudenten sollen Spielfilme über Kranke sehen

NEU-ISENBURG (Smi). Medizinstudenten sollten während ihres Studiums per Curriculum dazu verpflichtet werden, Spielfilme zu sehen, die Mitleid mit Kranken erregen.

Das könnte einer Studie zufolge dazu beitragen, daß sie altruistischer werden und daß ihre Sympathiewerte bei Patienten steigen ("British Medical Journal" 330, 2005, 166).

Johanna Shapiro and Lloyd Rucker von der University of California in Irvine, Kanada, haben nachgewiesen, daß Ärzte auf ein Patientenschicksal im Film viel emotionaler reagieren, als wenn sie einen vergleichbaren Patienten in ihrem klinischen Alltag erleben.

Bei Filmen wie "Philadelphia" über einen Aids-Kranken würden sie zu Tränen gerührt, dagegen löse die Begegnung mit einem Aids-Patienten in der Wirklichkeit bei ihnen Angst oder auch Ärger aus. Die wesentliche Ursache sehen die Autoren darin, daß sich die Ärzte im Film zurücklehnen können und sich in der Klinik ihrer Verantwortung stellen müssen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »