Ärzte Zeitung, 31.08.2011

Fundsache

Vor dem Stöhnen erst mal löhnen

Die Huren auf dem Bonner Straßenstrich müssen vor Geschäftsbeginn erst einmal selbst löhnen: An einem Sexsteuer-Automaten sollen sie täglich ein Ticket ziehen. Sechs Euro pro Nacht - unabhängig von der Zahl der Kunden - sollen sie als Steuer in die Stadtkasse zahlen.

Der Apparat ist ein umgerüsteter Parkscheinautomat, auf dem "Steuerticket-Automat" steht. Auf einem Display heißt es: "Die Nacht 6,00 Euro". Und wie beim Parkschein ist auch hier eine Betriebszeit angeschlagen: Montag bis Sonntag 20.15 Uhr bis 6.00 Uhr.

Bonn scheint bei dem Sexsteuer-Automaten bundesweit ein Vorreiter zu sein. Weder beim Städte- und Gemeindebund noch bei der Berliner Prostituierten-Interessenvertretung Hydra kennt man Gleiches.

In Dortmund gibt es ein ähnliches Tagesticket, das die Frauen in einer nahen Tankstelle kaufen können, aber keinen Automaten. (dpa)

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[31.08.2011, 11:27:19]
Hans Joachim Schirner 
Stöhnen beim Löhnen?
Hm! Hony soit qui mal y pense… Ein Parkautomat für Prostituierte!!! Der Fiskus ist doch überall. Ich frage mich allerdings: was passiert, wenn eine der Damen ohne gültigen "Parkschein" erwischt wird, oder die Zahl der "Betriebsstunden" überschritten ist. Bekommt sie dann ein Knöllchen in den Ausschnitt (mangels geeigneter Anbringungsmöglichkeit wie beim Auto) gesteckt? Und wenn sie dann auf diesem Weg Steuern zahlt, wie ist es dann mit der Absetzbarkeit von z.B. Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, besondere Aufwendungen und Arbeitsmaterialien (Leder, Peitsche…)? Was ist mit dem Zuhälter, pardon: Arbeitgeber? Bleibt der unangetastet? Müsste eine Prostituierte, sofern sie "selbständig" oder "freiberuflich" tätig ist nicht eine Vorauszahlung ans Finanzamt leisten? Steuern zahlen ist (leider) notwendig, aber diese Art der Eintreibung ist auch für eine Dame des "horizontalen Gewerbes" wohl ziemlich erniedrigend, da gäbe es sicher andere Möglichkeiten. Na ja, die Kosten für die nächtliche "Betriebserlaubnis" lassen sich zumindest wohl (wie anderweitig auch) irgendwie auf den Kunden…ähm… "umlegen". zum Beitrag »

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