Ärzte Zeitung, 20.11.2014

Unter Verdacht

Ehemaliger Stützpunkt-Arzt als Dopingarznei-Vermittler?

MÜNCHEN. Ein ehemaliger Arzt, der am Olympiastützpunkt Rheinland Pfalz/Saarland gearbeitet haben soll, steht einem Medienbericht zufolge unter Verdacht, Dopingmittel an Sportler weitervermittelt zu haben. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) meldet, hat die Staatsanwaltschaft München nun Anklage erhoben.

Dem Mann wird nach BR-Recherchen vorgeworfen, in mehreren Fällen Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport verbreitet sowie Beihilfe dazu geleistet zu haben - dazu soll er zwischen einem "Doping-Dealer" und einem Kunden vermittelt haben.

Laut dem Bericht soll der Arzt von 2009 bis 2012 am Stützpunkt als Ernährungsberater gearbeitet und vereinzelt Bundeskaderathleten betreut haben.

Nach Angaben des BR gebe es derzeit keine Hinweise darauf, dass der Arzt den Sportlern Dopingmittel verabreicht haben könnte. (ths)

[15.12.2014, 17:50:13]
Dr. Horst Grünwoldt 
Doping-Dealer vs. Doping-Opfer
Wann stellen die "Doping-Experten" der NADA/WADA endlich einmal redlich fest, daß jugendliche Hochleistungs-Sportler selbst nicht Täter ("Doper") sind, sondern nur Opfer der doping-Quacksalberei!
Schließlich sind die geldgierigen Drogenhändler und prestigesüchtigen Medizinmänner die eigentlichen Betrüger im Geschäft mit dem "Phantom Doping", weil sie teuer etwas verkaufen, dessen Wirkung am gesunden Individuum sie verantwortungsvoll gar nicht abschätzen können.
Deshalb ist es nach m.E. ganz und gar absurd, ein sog. Antidoping-Gesetz gegen einzelne, gutgläubige Athleten zu basteln und strafbar anzuwenden.Damit wird nämlich der Gärtner zum Sündenbock gemacht.

Insofern gehören alleine die raffgierigen Händler und verantwortungslosen Behandler mit dem strafbewehrten Arzneimittelgesetz verfolgt, wenn sie unbefugt Pharmaka zu anderen als therapeutischen Zwecken in den Verkehr bringen und damit Gesunde körperlich verletzen.
Wer lediglich den Spurennachweis von irgendwelchen "verbotenen" Stoffwechsel-Rückständen in Urin- oder Blutproben analytisch-biochemisch erbringt, hat noch lange nicht den Beweis geliefert, daß jemals ein Olympiasieg oder Weltrekord aufgrund irgendeiner Substanz "leistungssteigernd" erreicht worden ist.
Das haben nicht zuletzt die "dopingfreien" Leistungen von Justin Gatlin (nach vierjähriger Wettkampfsperre im Sprint!) und die grandiose, langjährige Weitsprung-Karriere von Heike Drechsler -gewissermaßen als "doppelte pharmakologische Blindversuche"-, gezeigt.
Damit wurden deren sportliche Leistungen nach menschlichem Ermessen alleine durch herausragendes Talent, andauernde Trainings- und Wettkampfhärte, mentale Stärke, sowie gesunde Lebensweise erbracht. Bei allen deutschen "Granaten", die noch unter dem DDR- Emblem an den Start gekommen sind, kam als zusätzlicher Leistungsfaktor noch die extreme Motivation dazu, aus dem ummauerten Teilstaat vor dem 60.ten Lebensjahr in die Welt reisen zu können.
Deshalb müßte der anhaltende Betrugsvorwurf wg. "unerlaubter Leistungssteigerung" gegen einzelne, vermeintlich "dopende" Athleten juristisch auch in´s Leere laufen.
Ich halte den sogar im Zusammenhang mit dem "Phantom Doping" geäußert, für grobe Persönlichkeits-Verletzung.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock
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