Ärzte Zeitung, 14.07.2016

Warten auf WADA

Löst Doping-Bericht am Montag ein Erdbeben aus?

Hat der russische Staat Doping vertuscht? Am Montag veröffentlicht die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ihren Bericht zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

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Möglicherweise erfährt die Sportwelt am Montag brisante Neuigkeiten: Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA veröffentlicht einen langersehnten Bericht zur Olympiade in Sotschi.

© Valeriy/Fotolia

MONTREAL. Zweieinhalb Wochen vor der Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro droht der Sportwelt womöglich ein weiteres großes Doping-Beben. Am 18. Juli will der kanadische Chefermittler Richard McLaren seinen Untersuchungsbericht zu den Vorwürfen um manipulierte Dopingproben russischer Sportler bei den Winterspielen 2014 in Sotschi vorlegen.

Das teilte McLarens Sprecherin am Dienstag mit. Der kanadische Jurist war von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) am 18. Mai für die Untersuchung der Sotschi-Anschuldigungen beauftragt worden.

Chef des russischen Kontrolllabors: Habe positive Proben vertuscht

Grigori Rodschenkow, der ehemalige Chef des russischen Doping-Kontrolllabors hatte behauptet, dass er in Sotschi positive Dopingproben russischer Athleten zusammen mit der Anti-Doping-Agentur Rusada sowie dem Geheimdienst auf Anordnung vom Staat vertuscht habe. 15 der russischen Medaillengewinner in Sotschi seien gedopt gewesen. Russland hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nach Ansicht von WADA-Chef Craig Reedie muss Russland noch viel tun, um seine Dopingproblematik in den Griff zu bekommen. Das teilte er dem russischen Sportminister Witali Mutko jüngst in einem Brief mit.

Zwar sei zu erkennen, dass die Russen "einige Schritte unternommen hätten, um ein wirksames Anti-Doping-System aufzubauen." Aber es müsse noch einiges folgen. Mutko hatte zuvor betont, dass sein Ministerium hart an der Dopingbekämpfung arbeite.

Welche Auswirkungen für Rio?

Für Olympia in Rio erwartet IOC-Präsident Thomas Bach nach dem aktuellen Stand keine unmittelbaren Auswirkungen. Der Untersuchungsauftrag McLarens habe sich explizit auf die Winterspiele in Sotschi bezogen.

Sollte es aber einen institutionellen Eingriff Russlands gegeben haben, werde auch das Internationale Olympische Komitee umgehend institutionell reagieren. (dpa)

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