Ärzte Zeitung online, 29.01.2018

Olympia

WADA kämpft mit neuen Doping-Probenflaschen

Großes Problem: Die neuen Doping-Probenflaschen der Welt-Anti-Doping-Organisation WADA können von Hand geöffnet werden.

WADA kämpft mit neuen Doping-Probenflaschen

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wurde von einem Kölner Labor vorletzte Woche informiert, dass neu gestaltete Probeflaschen nicht fälschungssicher sein könnte.

© Patrick Seeger / dpa

MONTREAL. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) untersucht mögliche Unversehrtheitsprobleme mit den neuen Urin-Probenflaschen – und sorgt vor Eröffnung der Winterspiele am 9. Februar in Pyeongchang für Verunsicherung.

Wie die WADA am Montag mitteilte, wurde sie vom Kölner Analyselabor am 19. Januar informiert, dass die Flaschen beim Einfrieren einer Probe manuell geöffnet werden könnten. Die Behälter waren nach dem Doping-Skandal in Russland neu gestaltet worden.

Hersteller kontaktiert

"Die WADA erkennt, dass diese Situation, wenn sie bestätigt wird, Bedenken und Fragen aufwerfen wird", heißt es in einer WADA-Mitteilung. Den Athleten und anderen Interessengruppen werde versichert, dass die WADA entschlossen sei, sich mit dem Schweizer Hersteller Berlinger mit dem Problem zu befassen, bis die Angelegenheit geklärt sei.

Bei einer Doping-Kontrolle werden zwei Flaschen für eine A- und B-Probe genutzt. Die B-Probe wird eingefroren und nur genutzt, wenn ein Athlet die Analyse der A-Probe anzweifelt.

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi waren Doping-Proben russischer Athleten mit Hilfe des Inlandsgeheimdienstes FSB geöffnet und der Inhalt gegen sauberen Urin ausgetauscht worden. Als Konsequenz aus den Doping-Manipulationen ist das russische Nationale Olympische Komitee von den Pyeongchang-Spielen suspendiert worden.

Das Internationale Olympische Komitee gewährt jedoch 169 individuell geprüften russische Athleten das Startrecht unter neutraler Flagge und als "Olympische Athleten aus Russland". (dpa)

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