Ärzte Zeitung, 13.02.2004

Zieleinlauf beim LDL-Wert klappt gut mit Kombitherapie

Mit Ezetimib plus Statin sinkt LDL-Wert im Vergleich zu Statin allein um 21 Prozent / Nutzen der Kombination wird nun bei Nierenschäden geprüft

PARIS (hbr). Eine Therapie mit dem Cholesterin-Resorptionshemmer Ezetimib plus einem Statin hilft deutlich mehr Patienten, ihren LDL-Zielwert zu erreichen als eine Statin-Monotherapie.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Cholesterinkristallen, die sich im Blutgefäß-Endothel abgelagert haben. Es entsteht Atherosklerose. Foto: Bode

Ein Vorteil der Kombinationstherapie von Statin plus Ezetimib (Ezetrol®): Das Statin fährt die körpereigene Cholesterinproduktion in der Leber herunter. Ezetimib dagegen hemmt die Resorption des mit der Nahrung und aus der Eigensynthese in den Darm gelangten Cholesterins um mehr als 50 Prozent. Daran hat Professor Raphael Carmena von der Universitätsklinik Valencia in Spanien auf einem Diabeteskongreß in Paris erinnert.

Die Wirksamkeit der Kombitherapie wurde etwa in einer Studie mit 769 Patienten belegt, sagte Carmena bei einem Symposium der Unternehmen MSD und Schering-Plough. Die Teilnehmer waren bereits zuvor mit Simvastatin oder Atorvastatin behandelt worden, benötigten aber eine weitere Absenkung des LDL-Wertes. Sie erhielten zusätzlich zur bisherigen Medikation acht Wochen lang täglich 10 mg Ezetimib oder Placebo.

Ergebnis: Im Vergleich zu Placebo sank das LDL um 21 Prozent (von im Schnitt 172 auf 135 mg/dl), die Triglyzeride um elf Prozent, und das HDL stieg leicht an. Die Effektivität war unabhängig vom Statinpräparat. 72 Prozent der Patienten, die zuvor das LDL-Ziel verfehlt hatten, erreichten es mit Ezetimib. In der Placebogruppe schafften dies nur 19 Prozent.

Auch in anderen Untersuchungen brachte Ezetimib in Kombination mit verschiedenen Statinen eine zusätzliche LDL-Reduktion im Vergleich zur alleinigen Statinbehandlung. Außerdem sei die Verträglichkeit genauso gut wie bei einer Statin-Monotherapie, sagte Carmena. Ein weiterer Effekt: Wird ein Statin zusammen mit Ezetimib gegeben, dann sinken auch die Werte des C-reaktiven Proteins um zusätzliche zehn Prozent.

In einer Studie wird nun geprüft, welchen Nutzen die Kombitherapie bei Nierenschäden bringt. Daran sollen 9000 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Dialysepatienten teilnehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »