Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Nierensteinen ist die Rezidivrate hoch - Patienten sollten viel trinken

BERLIN (grue). Nach Entfernung eines Nierensteines bildet sich bei etwa jedem zweiten Patienten innerhalb von vier Jahren ein neuer Stein. Um das zu verhindern, sollten Patienten, die eine Nephrolithiasis hatten, viel trinken.

Veröffentlicht:

Bei den meisten Nierensteinen handelt es sich um Kalziumoxalatsteine, die sich bereits ab einer Größe von 5 mm nicht mehr selbst auflösen, sondern meist durch Lithotripsie zertrümmert werden. Um wiederholte Zertrümmerungen zu vermeiden, sollte mehr Wert auf die Stein-Prophylaxe gelegt werden. Das empfahl Professor Ulrich Kunzendorf von der Universitätsklinik Kiel beim Ärzte-Kongreß in Berlin. Dazu gehört vor allem, die Trinkmenge zu steigern, damit täglich etwa drei Liter verdünnter Urin ausgeschieden werden. "Um das zu schaffen, müssen die Patienten meist auch nachts trinken", sagte der Nephrologe.

Für Patienten mit Oxalatsteinen ist etwa eine Nahrungsergänzung mit Kalzium sinnvoll. Das oral aufgenommene Kalzium bindet überschüssige Oxalsäure im Darm. Die wasserunlöslichen Kalziumoxalat-Komplexe werden dann mit dem Stuhl ausgeschieden. So gelangt weniger Oxalsäure in die Nieren.

Bei einer enteralen Hyperoxalurie, etwa beim Kurzdarmsyndrom, ist die Behandlung mit Kalziumkarbonat (dreimal täglich 500 mg) am effektivsten. Durch Einnahme von Kaliumcitrat wird die Steinbildung ebenfalls gehemmt. Weitere Medikamente, die das Rezidivrisiko vermindern, sind Allopurinol und Thiazid-Diuretika.

Das alles sei aber wenig hilfreich, wenn die Patienten wiederholt Harnwegsinfektionen haben. "Denn dadurch können neue Nierensteine entstehen". Wichtiger als die Verordnung von Medikamenten sei es deshalb, den Stein-Patienten Teststreifen für die Harnwegskontrolle zu geben und sie wiederholt daran zu erinnern, größere Mengen zu trinken.

Bei einer Harnwegsinfektion sollten Patienten mit Stein-Risiko sofort behandelt werden, empfahl Kunzendorf. Ob sich dennoch ein neuer Stein gebildet hat, läßt sich mit Ultraschall oder Spiral-CT erkennen.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

© Steffen Kögler / stock.adobe.com

Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Abb. 1: Delphi-Expertenkonsens: Übereinstimmung für die Bedeutung einer Supplementierung

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Delphi-Expertenkonsens

Update: wichtige Mikronährstoffe für Schwangerschaft und Stillzeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: P&G Health Germany GmbH, Schwalbach am Taunus
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpassungsvorgänge brauchen Zeit

Höhenkrankheit bei Kindern und Jugendlichen: Das gilt es zu beachten

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram