Ärzte Zeitung, 29.11.2005

Zur LDL-Senkung kommen viele mit einem Statin nicht aus

Vorteile durch Lipidsenkung mit dem Resorptionshemmer Ezetimib / Nutzen in Studie mit fast 2000 KHK-Patienten bestätigt

BERLIN (gvg). Wer bei kardiovaskulären Risikopatienten die Zielwerte für das LDL-Cholesterin erreichen möchte, kommt mit einem Statin oft nicht hin. Durch die Kombination mit dem Resorptionshemmer Ezetimib kann die Quote verbessert werden, wie jetzt erneut eine Studie ergeben hat.

"In der Kombination mit Ezetimib gelingt die Senkung des LDL-Cholesterin-Wertes immer besser als mit einer Statinmonotherapie in derselben Dosierung", sagte Professor Frank Baer von der Universität Köln.

Eine grobe Faustregel: Die Wirkung der Standarddosis eines Statins mit 10 Milligramm Ezetimib entspricht bei der LDL-Senkung in etwa der Wirkung der Höchstdosis des betreffenden Statins als Monotherapie, so Baer auf dem Kongreß der Hochdruckliga in Berlin.

Eine neue Studie, die kürzlich von der US-Amerikanerin Christie Ballantyne im "American Heart Journal" publiziert wurde, hat diese Beobachtung aus anderen Studien jetzt erneut bestätigt. 1902 Patienten mit KHK oder hohem kardiovaskulärem Risiko und Hypercholesterinämie (LDL-Wert größer als 130 Milligramm pro Deziliter) wurden sechs Wochen lang mit Cholesterinsenkern behandelt.

Verglichen wurde die Kombination aus 10 Milligramm Ezetimib und Simvastatin in den Dosierungen 10, 20, 40 und 80 Milligramm mit einer Monotherapie mit Atorvastatin in der entsprechenden Dosierung.

Der Anteil der Patienten, bei denen unter Maximaldosierung der Zielwert von 100 mg/dl Serum-LDL erreicht wurde, lag in der Kombigruppe bei 91 Prozent, in der Gruppe mit Statinmonotherapie bei 85 Prozent. Der Trend sei nicht statistisch signifikant gewesen, so Baer auf der von den Unternehmen MSD und Essex Pharma unterstützten Veranstaltung.

Er wurde aber signifikant, wenn statt eines Zielwerts von 100 ein Zielwert von 70 mg/dl Serum betrachtet wurde. Diese Schwelle wurde in der Kombigruppe bei 64 Prozent der Patienten erreicht, mit Monotherapie nur bei 36 Prozent.

Gerade bei KHK-Patienten sei dieser Unterschied relevant, weil die 70er-Schwelle mittlerweile in die Leitlinien des US-amerikanischen National Cholesterol Education Programme als therapeutische Option für Hochrisikopatienten aufgenommen wurde.

Insgesamt konnte der LDL-Wert mit einer Kombitherapie aus Simvastatin und Ezetimib (als Fixkombination unter dem Handelsnamen Inegy® erhältlich) dosisabhängig um 47 bis 59 Prozent gesenkt werden, bei Monotherapie waren es 36 bis 53 Prozent.

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