Forschung und Praxis, 19.12.2005

Intensive Lipidsenkung mit Zusatznutzen auch bei der Schlaganfall-Inzidenz

Je stärker das Cholesterin gesenkt wird, um so geringer ist für KHK-Patienten die Gefahr von kardiovaskulären Ereignissen. Dies gilt nicht nur für die Inzidenz von koronaren Komplikationen, sondern auch für das Auftreten von zerebrovaskulären Ereignissen, wie eine neue Analyse von Daten der TNT-Studie belegt.

Inzidenz von Schlaganfällen wurde um 25 Prozent gesenkt

In dieser Studie ist bei 10 000 Patienten mit stabiler KHK die intensive Lipidsenkung (mit 80 mg Atorvastatin) mit einer Lipidtherapie üblicher Intensität (mit 10 mg Atorvastatin) verglichen worden.

Die stärkere Senkung des Cholesterins mit 80 mg Atorvastatin war nach fünf Jahren mit einer signifikanten zusätzlichen Reduktion der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse (Koronartod, Myokardinfarkt, Herzstillstand, Schlaganfall) um 22 Prozent assoziiert.

Bei ihrer neuen Analyse haben Professor David Waters und das TNT-Team nun speziell die Wirkung beider Therapien auf zerebrovaskuläre Ereignisse ins Visier genommen. Schon frühere Studien haben ergeben, daß Statine außer Herzinfarkten auch Schlaganfällen vorbeugen. Die Frage war nun, ob dies auch bei Behandlung mit dem gleichen Statin in unterschiedlicher Dosierung der Fall ist.

Wie Waters berichtete, konnte durch Atorvastatin in der hohen im Vergleich zur niedrigen Dosierung die Inzidenz von Schlaganfällen signifikant um 25 Prozent gesenkt werden (Inzidenz: 2,3 versus 3,1 Prozent). Als Trend wurde zudem eine Abnahme von transitorisch-ischämischen Attacken (TIA) in der Gruppe mit intensiver Lipidsenkung beobachtet (1,7 versus 2,2 Prozent).

Die Rate zerebovaskulärer Ereignisse (Schlaganfall / TIA) sank von 5,0 Prozent auf 3,9 Prozent, was einer signifikanten Reduktion um 23 Prozent im Vergleich zur konventionellen Lipidtherapie entspricht.

Auch Rate der Klinkeinweisungen wegen Herzinsuffizienz reduziert

Wie eine weitere von Waters vorgestellte Auswertung der TNT-Daten ergab, war auch die Rate der notwendigen Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz bei intensiver Lipidsenkung mit 80 mg Atorvastatin signifikant um 26 Prozent geringer als bei konventioneller Lipidtherapie (Inzidenz: 2,4 versus 3,3 Prozent. (ob)

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