Ärzte Zeitung, 11.06.2008

FUNDSACHE

Wenn der Urin nach Spargel riecht

Nach dem Spargelessen scheiden sich die Menschen: in diejenigen, deren Urin anschließend ein charakteristisches Aroma verströmt und in die anderen, bei denen er riecht wie immer. Der Grund für diesen Unterschied: ein Enzym, das die im Spargel enthaltene Asparaginsäure in schwefelhaltige Stoffe mit so komplexen Namen wie S-Methyl-3-(methylthio)thiopropionat zersetzt. Die einen haben das Enzym eben, die übrigen eben nicht. Schon 1956 untersuchten britische Forscher das Phänomen: Sie fanden, dass rund 43 Prozent der Menschen Ausscheider sind, und schlussfolgerten, das sei genetisch bedingt. Bestätigt wurde ihre Theorie im Jahre 1987, als 800 Freiwillige an einem zwölf Monate dauernden Spargelurin-Versuch teilnahmen. Zugleich widerlegte dieser Versuch eine frühere Behauptung, wonach das Pipi nach Spargelgenuss stets eigentümlich rieche und manche das nur wegen ihres schlechten Geruchssinns nicht bemerkten.

(ars)

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Wirkstoffe
Asparaginsäure (3)
[15.05.2010, 22:54:34]
Dr. Markus Wenzel 
Asparagusinsäure
Nur zur Info an alle, die es interssiert: Es handelst sich zwar um eine Pflanze namens "Asparagus", das geruchsverursachende Stöffchen ist jedoch die "Asparagusinsäure" (C4H6O2S2) und die hat mit der "Asparaginsäure" (C4H7NO4) nicht wirklich viel zu tun.

P.S. Asparagin ist auch im Spargel! zum Beitrag »
[18.06.2008, 11:06:26]
Dr. Horst Hoffmann  hobera@web.de
"Spargel-Urun"
Ist bekannt, oder gibt es Vermutungen, ob die Enzym-Träger, die einen Spargel-Duft im Urin produzieren, auch anderweitig pathophysiologische Besonderheiten aufweisen? Z. B. die Tendenz zu speziellen Erkrankungen oder besonderer Resistenz?
M.f.G. H. A. Hoffmann, Dr. med. zum Beitrag »

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