Ärzte Zeitung, 27.12.2012

Kommentar zu Vitamin D als Infektprophylase

Hoffen auf Synthese?

Von Elke Oberhofer

Auf die Frage, ob der Mensch Vitamin D in Pillen- oder Tropfenform braucht, kann man nur mit Radio Eriwan antworten: im Prinzip nein, aber ...

An trüben Wintertagen nützt es hierzulande nicht viel, die Ärmel hochzukrempeln, das Gesicht in Richtung der etwas hellgraueren Stelle am Himmel zu halten und auf Synthesevorgänge zu hoffen.

Das Solarium fällt auch flach, hier holt man sich höchstens einen Sonnenbrand oder später Hautkrebs. Alternativ könnte man es mit bergeweise fettem Fisch probieren. Aber das ist nicht jedermanns Sache.

In diesem Jahr hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung neue Referenzwerte für die Vitamin-D-Zufuhr festgesetzt: 20 Mikrogramm täglich statt wie bisher 5 Mikrogramm. Über die (normale) Ernährung schafft man höchstens 4 Mikrogramm. Den Rest sollte die Sonne leisten, aber wenn sie das nicht tut oder wenn es der Patient wegen Alter oder Krankheit nicht oft genug ins Freie schafft, bleibt eben doch nur der Griff zum Vitaminpräparat.

Aber Achtung: Dosierungen über 100 Mikrogramm können den Kalziumspiegel in ungesunde Höhen treiben. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Bestimmung des Blutspiegels: Wer es auf 20 bis 30 Nanogramm 25-Hydroxyvitamin D pro Milliliter bringt, ist gut versorgt und braucht auch keine Pillen.

Lesen Sie dazu auch:
Immunschwäche: Weniger Infekte mit Vitamin D

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[27.12.2012, 20:27:15]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Prophylaxe von Vitamin-D-Mangel?
Ganz so überzeugend war die Studie zu "Weniger Infekte mit Vitamin D bei Immunschwäche" nicht (BMJ Open2012;2:e001663 doi:10.1136/bmjopen-2012-001663). Aber ein realer Vitamin D-Mangel in der dunklen Jahreszeit und die ungenügende Sonnen- und Lichtexposition bei Mobilitäts- und Motilitätseinschränkungen, Senioren, Heiminsassen, Internet- und PC-Spiel-Abhängigen, bei vollklimatisierten Arbeitsplätzen, Schicht- bzw. Nachtarbeit mit notwendigem Tagesschlaf sind nicht von der Hand zu weisen. Vigantoletten® 1000, die viele aus der pädiatrischen Grundversorgung kennen, ergeben bei 2 x 1.000 I.E. pro Tag für Erwachsene nebenwirkungsfrei 50 Mikrogramm Colecalciferol tgl. Das lässt sich in den "R-Monaten" über eine ausgewogene Ernährung kaum sicherstellen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Honorar-Einigung erzielt!

18:30Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich nach siebenstündigen Verhandlungen auf das Honorar für 2019 geeinigt. mehr »

App sorgt für weniger Tage mit Migräne

Bei Einsatz einer Migräne-App lassen sich Kopfschmerztage merklich reduzieren – und zwar um 25 Prozent. Das geht aus einer Studie der Schmerzklinik Kiel und der TK hervor. mehr »

Die Zukunft gehört der sensorischen Zuckermessung

Die Zeiten, in denen sich Diabetiker zur Blutzuckermessung in den Finger stechen müssen, sind wohl bald vorbei. Sensor-Messsysteme bringen neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. mehr »