Ärzte Zeitung online, 19.10.2018

Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Das sind die Preisträger des CharityAwards

Mit dem CharityAward zeichnet Springer Medizin Engagement von Menschen aus, die sich ehrenamtlich um hilfsbedürftige Menschen kümmern.

Die drei Preisträger erhalten je eine Kombination aus Preisgeld (insgesamt 60.000 Euro) und Medienleistungen (100.000 Euro insgesamt). Sponsoren sind neben Springer Medizin die Unternehmen Vendus Group, die Anwaltskanzlei Ehlers, Ehlers & Partner sowie MedServation von Digitalarzt Dr. Johannes Wimmer.

Der erste Preis: Luthers Waschsalon

Das sind die Preisträger des CharityAwards

Nicht nur Karies, sondern auch Caritas: Charity-Award-Gewinner Zahnarzt Dr. Hans Ritzenhoff von Luthers Waschsalon (2.v.l), mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Springer Medizin-Geschäftsführer Fabian Kaufmann und Moderatorin Yve Fehring (v.l.n.r.).

© David Vogt

Hinter Luthers Waschsalon verbirgt sich eine Institution der Diakonie Mark-Ruhr, die Bedürftigen und Menschen ohne Krankenversicherung Hilfe und Unterstützung in einer schweren Lebensphase anbietet. Das Besondere an dieser Einrichtung ist die zahnmedizinische Ambulanz. Diese wird seit 2007 betreut von Zahnarzt Dr. Hans Ritzenhoff, mittlerweile 80 Jahre alt und mit 40-jähriger Praxiserfahrung, und in Kooperation mit der nahe gelegenen Universität Witten/Herdecke (UWH).

Die Uni hat ein für ihre Studierenden der Zahnmedizin verpflichtendes Praktikum eingeführt, in dessen Rahmen die angehenden Zahnmediziner in Luthers Waschsalon arbeiten und Erfahrung sammeln. So sollen die Studenten lernen, dass zum Beruf eines Arztes nicht nur fachliche Fertigkeiten, sondern auch menschliche Zuwendung und karitatives Engagement gehören.

Gesundheitsminister Jens Spahn lobte bei der Preisverleihung vor allem dieses Praktikum: "Wer 0,9 im Abi hat, aber nicht gerne mit Menschen in einem Raum ist, der sollte nicht Arzt werden", kommentierte er.

Preisträger Ritzenhoff hob das häufig bleibende Engagement der Praktikanten hervor, die später immer mal dem "Waschsalon" etwas spendeten.

Die Praxis ist an zwei Vormittagen in der Woche geöffnet. Bei Krankheit und Urlaub stehen mehrere Zahnärzte zur Vertretung bereit, sodass die Sprechstunde das ganze Jahr hindurch angeboten wird. (eb/ger)

Der zweite Preis: mamazone

Das sind die Preisträger des CharityAwards

"Wir sind Diplom-Patientinnen": Eugenia Krone und Almuth Fischer von mamazone (3. und 4. von links) mit Minister Jens Spahn, Moderatorin Yve Fehring, Nicole Tappee (Hintergrund) und Dr. Guido Mecklenbeck, Sponsoren von Vendus Sales & Communication Group (v.l.n.r.).

© Marc-Steffen Unger

mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs ist mit fast 2000 Mitgliedern und einem wissenschaftlichen Beirat aus 28 Brustkrebsexperten mit internationalem Ruf die größte und aktivste Brustkrebspatientinnen-Initiative in Deutschland. Der gemeinnützige Verein wurde am 25. November 1999 von der Brustkrebspatientin und Journalistin Ursula Goldmann-Posch in Augsburg ins Leben gerufen.

Die Vision: An Brustkrebs erkrankte Frauen, Ärztinnen und Wissenschaftler sollen sich mit dem Ziel zusammenschließen, gemeinsam die Lebens- und Überlebensperspektive von Frauen mit Brustkrebs entscheidend zu verbessern. Es geht um Transparenz im medizinischen Alltag für Patientinnen, die sich in ihrem Alltag allzu oft alleingelassen fühlen.

mamazone bietet persönliche Begegnung und telefonische Beratung. Betroffene können in ihrer akuten Erkrankungssituation über ihre Befunde, therapeutische Möglichkeiten oder auch Nebenwirkungen sprechen.

"Frauen werden von Behandelten zu Handelnden, wenn sie auf Augenhöhe mit ihren Ärzten sprechen können", sagten Eugenia Krone und Almuth Fischer von mamazone, die den Preis entgegennahmen. (eb/ger)

Der dritte Preis: "Nestwärme"

Das sind die Preisträger des CharityAwards

Gratulation! Gesundheitsminister Jens Spahn schüttelt Preisträgerin Petra Moske (neben Elisabeth Schuh) von Nestwärme die Hand. Mit im Bild Sponsoren Prof. Alexander Ehlers, Dr. Christian Rybak, Philip O. Jones (Hintergrund) und Dr. Johannes Wimmer von MedServation.

© Marc-Steffen Unger

"Was wäre das Leben ohne Nestwärme – ein Gefühl, nach dem man sich so sehr sehnt, wenn man es nicht hat?" Diese Frage haben sich 1999 die Gründer des Vereins "Nestwärme" gestellt.

Mit mittlerweile 1800 ehrenamtlichen Mitmachern ("ZeitSchenkern") bundesweit und 80 Mitarbeitern in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist ein einzigartiges Entlastungsnetzwerk aufgebaut worden, das sich für Familien mit behinderten, schwer oder unheilbar kranken Kindern einsetzt und ihnen Kraft für den Alltag schenkt.

Der Verein leistet konkrete Hilfe in Form von Beratung, Begleitung, Schulung und Betreuung und gibt damit betroffenen Familien Kraft und Stabilität. Mit seinem jüngsten Projekt, der ambulanten Brückenpflege, sollen Familien mit pflegeaufwendigen chronisch kranken Kindern unterstützt werden, die sich auf dem Weg von der Klinik nach Hause befinden. Sie werden begleitet – mit Blick, auf Pflegeanleitung, Betreuung, Vernetzung und psychologische Unterstützung.

"Wir brauchen jeden Cent, weil wir nicht staatlich finanziert werden – und das ist auch gut so", sagte Elisabeth Schuh vom Preisträger. (eb/ger)

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