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Impfen, impfen, impfen, wenn ältere Menschen auf Reisen gehen!

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Vorbeugen ist besser als heilen. Dieses Motto ist vor allem älteren Menschen, die sich auf Fernreisen begeben, wie auf den Leib geschnitten. Abgesehen von regionenspezifischen Impfungen wie denen gegen Gelbfieber und Typhus empfehlen Reisemediziner zur Infektionsprophylaxe vor allem Impfungen gegen Hepatitis A, Grippe und Pneumokokkenpneumonie. Auch an Diphtherie sollte gedacht werden.

Bei fast allen Infektionskrankheiten ist das Risiko eines schweren Verlaufs der Erkrankung für ältere Menschen größer als für jüngere. Gerade die Problematik der Hepatitis A werde oft unterschätzt, berichtete Dr. Klaus Volkmer vom Düsseldorfer Centrum für Reisemedizin auf dem 5. Forum Reisen und Gesundheit am Rande der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Die Erkrankung, die für junge Menschen harmlos ist, verlaufe jenseits des sechzigsten Lebensjahrs weit schwerer und habe dann eine Letalität von etwa drei Prozent. "Vor Fernreisen sollte der Arzt deswegen in dieser Altersgruppe die Hepatitis-A-Immunität überprüfen und impfen, wenn keine Antikörper vorliegen."

Privatdozent Tomas Jelinek vom Berliner Institut für Tropenmedizin liegen außerdem die Impfungen gegen Influenza und gegen Pneumokokkenpneumonie am Herzen. Zwar seien die ohnehin für alle Menschen über 60 empfohlen, doch Fernreisen, besonders nach Südostasien, bergen zusätzliche Risiken für Grippe und Lungenentzündung. Bei der Pneumokokken-Vakzine rät Jelinek zum älteren Polysaccharid-Impfstoff, da der neuere Konjugatimpfstoff eher auf die Pneumokokkenmeningitis zugeschnitten sei, die durch andere Pneumokokken-Serotypen verursacht werde als die Pneumonie bei älteren Menschen.

Ein besonderes Augenmerk sollte bei älteren Menschen schließlich der Diphtherie gelten. Dr. Gunther von Laer vom Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfiehlt Kollegen, alle, die ihre Grundimmunisierung vor den frühen Fünfziger Jahren erhalten haben, vor Reisen komplett neu zu impfen. Die Wirkung des damals verwendeten Impfstoffs sei für eine einfache Auffrischimpfung heute oft nicht mehr ausreichend.

Bei Erkrankungen, gegen die keine Impfung zur Verfügung steht, könnten ältere Menschen ihr erhöhtes Morbiditätsrisiko durch eine gezielte Planung der Reisezeit minimieren, wie Volkmer betonte. Das in den USA mittlerweile endemische Westnil-Virus zum Beispiel führe bei jedem fünfzigsten Infizierten über 65 zu schweren ZNS-Komplikationen. Bei jüngeren Menschen träten die höchstens in einem von 300 Fällen auf. "Wenn ich mir als älterer Mensch meine Reisezeit frei aussuchen könnte, dann würde ich im Moment nicht im Spätsommer in die USA reisen", so Volkmer. (gvg)



Malariaprophylaxe bei Herzproblemen

"Die Sterblichkeit bei Malaria tropica liegt bei über 65jährigen sechsfach über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Jeder fünfte Betroffene in diesem Alter stirbt", sagt Dr. Klaus Volkmer vom Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Vor allem bei Patienten mit Herzproblemen gebe es einiges zu beachten, so Dr. Ulf Gieseler vom Diakonissenkrankenhaus in Speyer. So könne Mefloquin (Lariam®) bei Patienten, die mit Amiodaron, Betablockern oder Calziumantagonisten behandelt werden, zu einer Verlängerung der QT-Zeit führen und sollte mit Vorsicht und bei bekannter Erregungsleitungsstörung gar nicht angewandt werden. Auch Chloroquin könne bei gleichzeitiger Gabe von Amiodaron die QT-Zeit verlängern. Bei einer Mefloquinprophylaxe sollten Patienten, die orale Antidiabetika oder eine orale Antikoagulation benötigten, eine Woche vor Reiseantritt beginnen und kurz vor der Abreise ihre Blutzucker- und Blutgerinnungseinstellung überprüfen lassen. Atovaquon/Proguanil (Malarone®) ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Kreatininclearance unter 30 Millilitern pro Minute. (gvg)



Was tun bei Salz- und Wassermangel?

Bei alten Menschen ist die Gefahr einer Hitzeerschöpfung größer als bei Jüngeren. Zu unterscheiden sind Salz- und Wassermangel. Während beim Wassermangel Durst, Müdigkeit und Orientierungsstörungen im Vordergrund stehen, ist Durst bei der salopriven Hitzeerschöpfung (Salzmangel), die vor allem bei starkem Schwitzen auftritt, ungewöhnlich, stattdessen kommt es meist zu Erbrechen, Schwäche und Muskelkrämpfen.

"Entscheidend für die Differentialdiagnose ist die Geschwindigkeit, mit der die Symptome auftreten", so Dr. Bernd Zieger vom Institut für Tropen- und Reisemedizin in Dresden-Friedrichsstadt. Ein Wassermangel manifestiere sich meist innerhalb eines Tages, ein Salzmangel in drei bis fünf Tagen.

Ein Wassermangel werde in Kleinstportionen von wenigen hundert Millilitern alle halbe Stunde ausgeglichen, so Ziegler. In 24 Stunden sollte man so auf sechs bis acht Liter kommen. Beim Salzmangel dagegen seien salzhaltige Getränke wie Fleischbrühe oder gesalzener Tomatensaft angesagt. (gvg)



Mit Hygiene gegen das Norwalk-Virus

Das scherzhafte Wort vom Kreuzfahrtschiff als Seniorenkindergarten bekommt im Lichte der Infektiologie eine ganz neue Bedeutung: Tropenmediziner sehen in den Kähnen (ähnlich wie in Kindergärten) "wunderbare Inkubatoren für die Weitergabe von Infektionen".

Impfungen gegen Influenza, Pneumokokkenpneumonie und Hepatitis A können vor dem Gröbsten bewahren. Gegen das Norwalk-Virus helfe jedoch im Moment nur Hygiene, so Dr. Klaus Volkmer vom Centrum für Reisemedizin Düsseldorf.

Die meisten Infektionen wie etwa Atemwegsinfekte auf Kreuzfahrten seien ohnehin "mitgebracht", weiß der Schiffsarzt und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und Psychopathologie, Dr. Ralph-Michael Schulte. Zwei Tips für Ärzte, die Kreuzfahrer in spe betreuen, hat er parat: Bei chronisch Kranken sollte die Medikation nicht auf den Tag genau berechnet werden, falls es auf See einmal zu Verzögerungen komme. Und eine Reisekrankenversicherung hält er für unverzichtbar, denn Evakuierungen von Schiffen sind teuer. (gvg)



Menschen über 60 ist der Urlaub viel wert

Jeder dritte Euro, den die Deutschen ausgeben, um ihrer Reiselust zu frönen, stammt aus den Portemonnaies von Menschen über 60. Da auf diese Altersgruppe nur ein Fünftel der Bevölkerung und ein Viertel der Reisen entfällt, heißt das: Senioren sind überdurchschnittlich spendierfreudig. Der Bundesbürger berappt im Schnitt nach Daten aus der Reisebranche 793 Euro pro Urlaubstrip. Der verheiratete Senior liegt bei 798 Euro. Alleinreisenden Senioren ist der Urlaub jedoch im Schnitt 965 Euro wert. (gvg)

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