Brucellose als Reise-Souvenir aus der Türkei

MÜNCHEN (ple). Ärzte sollten viel stärker als bisher damit rechnen, daß Touristen südlicher Länder und Immigranten mit unklarem Fieber an einer Brucellose erkrankt sein könnten. Darauf machen Münchener Mikrobiologen aufmerksam.

Veröffentlicht:

Deutschland ist seit fast fünf Jahren als Brucellose-frei anerkannt, ist also kein Endemiegebiet für diese durch Bakterien ausgelöste, etwa bei Rindern und Schweinen vorkommende Zoonose. Dennoch werden hier pro Jahr inzwischen mehr als 30 Patienten mit Brucellose den Gesundheitsämtern gemeldet.

Wie jetzt die retrospektive Analyse der Wissenschaftler am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr ergeben hat, hatten sich von den 31 erfaßten Patienten mit bakteriologisch bestätigter Erkrankung der Jahre 2002 und 2003 insgesamt 28 im Ausland, vor allem in der Türkei infiziert (Eur J Clin Microbiol Infect Dis 24, 2005, 450).

Sie waren entweder Touristen oder Immigranten, die ihr Heimatland besuchten. Infektionsquelle war vor allem nichtpasteurisierte Ziegen- oder Schafsmilch.

Ein Patient infizierte sich durch den Genuß roher Leber, ein anderer durch direkten Kontakt mit infizierten Schafen. Die Patienten klagten vor allem über grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, ohne daß es zunächst eine Erklärung dafür gab.

19 Patienten hatten undulierendes Fieber. Bei 57 Prozent kam es zu Komplikationen an Gelenken, in der Lunge oder im Gehirn, an der Haut oder zu kardiovaskulären Komplikationen.

Lesen Sie dazu auch: Mit Brucellose-Kranken ist auch in Deutschland durchaus zu rechnen

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KV Thüringen

Akutpraxis in Gera: Praxismodell gegen den Ärztemangel

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Nie wieder spritzen? Small Molecules wie Orforglipron (C48H48F2N10O5) haben viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Inkretinmimetika, etwa orale Einnahme, leichtere Lagerung und niedrigere Kosten.

© Kassandra / stock.adobe.com

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?