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Neue Studie zeigt

Vorlesen fördert auch die Empathie

Kinder, die in jungen Jahren häufig von ihren Eltern vorgelesen bekommen, werden laut einer Studie nicht nur bessere Schüler, sondern auch mitfühlender anderen gegenüber.

Von Antonia Lange Veröffentlicht:

BERLIN. Regelmäßiges Vorlesen hat einer Studie zufolge einen positiven Einfluss auf die schulische und soziale Entwicklung von Kindern - und das unabhängig vom Bildungsniveau der Eltern.

Das ist das Ergebnis der Vorlesestudie 2015, die am Montag von der Stiftung Lesen in Berlin vorgestellt wurde. Demnach hatten rund 70 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen aller Bildungsschichten im Fach Deutsch eine sehr gute oder gute Note, wenn ihnen täglich vorgelesen wurde.

Für die Studie wurden 524 Kinder der genannten Altersgruppe und ihre Mütter befragt. Die Studienautoren wollten unter anderem wissen, wie oft die Eltern ihrem Kind vorgelesen haben, als es selbst noch nicht lesen konnte, und wie gern das Kind nach Elterneinschätzung in die Schule geht. Teilnehmende Kinder wurden zu ihren Noten befragt und zu charakteristischen Eigenschaften.

Von Büchern profitieren

Die Befragung wird seit 2007 jährlich gemacht und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Deutsche Bahn Stiftung. Den Angaben zufolge ist sie repräsentativ für Familien und Kinder im Vorlesealter.

"Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben", sagte die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung, Simone Ehmig. Belesene Kinder gehen demnach auch lieber in die Schule.

83 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen, denen täglich vorgelesen wurde, gaben an, "sehr gern" dorthin zu gehen. Bei den Befragten, denen selten oder nie vorgelesen wurde, sagten das nur 43 Prozent.

Sensibel und interessiert

Von den befragten Müttern beschrieben 90 Prozent von denen, die für ihre Sprösslinge täglich zum Buch griffen, sie als wissbegierig. Umgekehrt gaben das nur 43 Prozent von denen an, die das selten oder nie taten.

"Gerade wenn Kinder wenige soziale Kontakte haben und in Familien wenig Austausch über den Alltag stattfindet, profitieren sie vom Vorlesen", erklärte die Stiftung Lesen dazu. "Das Vorlesen leistet einen Beitrag dazu, dass sie einen weiten Horizont entwickeln und ein großes Repertoire an Verhaltensmodellen besitzen."

Demnach sind belesene Kinder vergleichsweise sensibel, empathisch und interessiert an anderen. Um sicherzugehen, dass das tatsächlich am Vorlesen liegt, wurden auch ihre sozialen Erfahrungen abgefragt.

Demnach trafen die genannten Eigenschaften auch auf sonst eher sozial isolierte Kinder zu. "Daher kann über das Vorlesen offensichtlich etwas geschehen, das ihre soziale Kompetenz und ihr soziales Verhalten mit stärkt", erklärte Ehmig. (dpa)

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