Ärzte Zeitung, 31.07.2006

KOMMENTAR

Deutschland braucht Anti-Doping-Gesetz!

Von Pete Smith

Die Nachricht von Floyd Landis’ positiver A-Probe kommt gerade zur rechten Zeit. Denn nach der Suspendierung von Jan Ullrich und Dutzenden anderer Fahrer im Vorfeld der 93. Tour de France wurde doch allzu oft das Bild eines reinigenden Gewitters bemüht.

Die Mär, daß der Radsport nun endlich sauber sei, wurde dabei vor allem von jenen in die Welt gesetzt, die von diesem Sport am meisten profitieren: von anderen Topfahrern, die Millionen verdienen, und von jenen, die ein Medienspektakel wie die Tour oder den Giro d’Italia weltweit vermarkten.

Genau hier liegt auch eine mögliche Lösung des Problems. Einem dopingverseuchten Sport muß das Geld entzogen werden, indem Sponsoren Verträge kündigen und sich die großen TV-Sender der weiteren Berichterstattung verweigern.

Auch Anti-Doping-Gesetze helfen, den Sumpf auszutrocknen. Allein durch Tests werden meist nur jene Athleten überführt, die beim Dopen leichtsinnig oder dumm waren. Dagegen konnten Razzien in Spanien, Frankreich und Italien in jüngster Zeit ganze Netzwerke aufdecken. Solche Razzien sind in Deutschland derzeit nicht möglich. Daher brauchen auch wir ein Anti-Doping-Gesetz!

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Floyd Landis erklärt seine hohen Testosteronwerte mit der Therapie wegen einer Schilddrüsenerkrankung

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