Ärzte Zeitung online, 01.05.2012

Lebenslange Olympia-Sperre für Doping-Sünder gekippt

LONDON/DÜSSELDORF (dpa). Die lebenslange Olympia-Sperre für Doping-Sünder ist gekippt. Das Streitthema härterer Sanktionen für Sport-Betrüger bleibt auf den Tisch.

"Ohne Zweifel ist dies für Athleten, Trainer und Funktionäre, die einen größeren Fortschritt im Anti-Doping-Kampf wollen, ein hohler Sieg für die WADA", kritisierte Colin Moynihan, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Großbritanniens (BOA), das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof (CAS).

Das CAS hatte in seinem Spruch festgestellt, dass die BOA-Regel, Athleten nach Doping-Erstvergehen lebenslänglich von Olympischen Spielen auszuschließen, nicht in Übereinstimmung mit dem WADA-Code ist.

Freuen können sich frühere, mit dem lebenslangen Olympia-Bann bestrafte Dopingsünder wie der Leichtathlet Dwain Chambers und der Radprofi David Millar. Sie dürfen bei den London-Spielen an den Start gehen.

Bis zur nächsten Sitzung des WADA-Vorstandes am 18. Mai erwartet die Weltagentur, dass BOA mitteilt, wie es nach der CAS-Niederlage nun vorgehen will, um die Statuten rechtzeitig vor den Olympischen Spielen vom 27. Juli bis 13. August in London zu ändern.

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[30.07.2012, 21:23:31]
Dr. Horst Grünwoldt 
Lebenslang
Was für eine aberwitzige Idee: einen naiven und gutgläubigen Athleten wegen eines "faux pas" (irgendeines stofflichen und zweifelhaften Spuren-Nachweises in Sachen "Medikamenten-Mißbrauch") als Betrüger abzustempeln und gleichzeitig noch lebenslang im Wettkampfsport sperren zu wollen. Dies würde heute im Leistungssport einem unzulässigen Berufsverbot gleichkommen.
Vernünftigerweise hat sich in diesem Punkt die umstrittene WADA mit dem CAS- Urteil gegen die absurden Absichten des Britischen Olympischen Kommitees (BOC) einmal durchgesetzt.
Es bleibt nach m.E. dennoch viel zu revidieren im sog. WADA-Anti-Doping-Code zugunsten der Sportler und der Durchsetzung ihrer bürgerlichen Rechte.
Schließlich hat gerade der großartige Radsportler Alexander Winikurow bewiesen, daß er -als früherer Dopingverdächtiger-, absolut "clean" gestestet, im fortgeschrittenen Wettkampfalter ausschließlich aufgrund alter Klasse noch 2012 ein überlegener Olympiasiger in London geworden ist.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »

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