Ärzte Zeitung, 27.10.2008

Kommentar

Warnzeichen nicht verdrängen!

Von Sabine Schiner

In Deutschland gibt es über 314 000 Ärzte, die sich Tag für Tag in Kliniken oder Praxen um ihre Patienten kümmern. Sie machen dafür Überstunden - obwohl ihr Privatleben darunter leidet - und versuchen, ihre Patienten trotz wachsendem Druck optimal zu versorgen. Das ist Stress pur. Viele Ärzte macht die Situation krank. Sie leiden unter Depressionen, Burn-out oder sind Abhängig von Alkohol und Medikamenten.

Auf Ärztekongressen wird das Thema immer mal wieder diskutiert. Dann erfährt die Öffentlichkeit beispielsweise, dass die Selbstmordrate bei Ärzten drastisch höher als in der Allgemeinbevölkerung ist. Doch im Endeffekt bleiben die Ärzte alleine mit ihren Problemen.

Die Ärztekammer Hessen ist deshalb mit ihrem Angebot einer Suchtberatung speziell für Ärzte auf dem richtigen Weg. Ähnlich lobenswerte Ansätze gibt es auch in anderen Bundesländern. Doch über den präventiven Ansatz wird immer noch viel zu wenig geredet. Damit der Arztberuf nicht krank macht, müssen die Arbeitsbedingungen humaner werden. Prävention heißt aber auch, dass jeder Arzt selbst Verantwortung übernimmt. Er muss das tun, was er seinen Patienten immer rät: Warnzeichen ernst nehmen und nicht verdrängen!

Lesen Sie dazu auch:
Anlaufstelle für suchtgefährdete Ärzte

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