Ärzte Zeitung, 13.11.2009

Philipp Röslers Antrittsrede empört Opposition

Heftige Debatte im Deutschen Bundestag

BERLIN (fuh). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat am Donnerstag im Bundestag unmissverständlich klargestellt, dass er angetreten ist, um die Gesetzliche Krankenversicherung radikal zu reformieren. Er stieß auf harsche Kritik der Opposition.

Philipp Röslers Antrittsrede empört Opposition

Gelassen und souverän bei seinem ersten Auftritt im Deutschen Bundestag: Gesundheitsminister Philipp Rösler.

Foto: dpa

Rösler sprach sich für eine forcierte Umstellung der Finanzierung der Kassen auf Steuermittel aus. In jeder Gesellschaft müsse es einen Ausgleich geben zwischen Arm und Reich, "aber eben nicht im Gesundheitssystem", sagte er.

Der Minister räumte ein, dass der Systemwechsel nicht von heute auf morgen möglich sei, "aber man muss den Mut haben, in dieser Legislaturperiode zu beginnen."

"Sie werden unser System ruinieren!", kritisierte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Ferner. Birgitt Bender (Grüne) warnte vor einem "Klassenkampf von oben." Die Pläne seien "an sozialer Kälte nicht zu überbieten", sagte Martina Bunge (Linke)

Sowohl der CSU-Abgeordnete Wolfgang Zöller als auch sein CDU-Kollege Rolf Koschorrek stellten bei der Debatte die Rabattverträge der Kassen mit Arzneiherstellern infrage. Die Kassen könnten per Vertrag bestimmen, welche Mittel die Patienten erhalten. "Dies ist mit unseren Vorstellungen von Therapiefreiheit nicht vereinbar", sagte Zöller. "Wir laufen darüber hinaus große Gefahr, dass es in einigen Jahren keinen Wettbewerb mehr gibt, weil Verlierer der Ausschreibungen vom Markt verschwunden sein werden", warnte Koschorrek.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Klare Kante im Bundestag

Lesen Sie dazu auch:
Minister Rösler stellt seine Pläne vor - und wird im Bundestag harsch attackiert

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »