Ärzte Zeitung, 25.02.2010

Mehr Sicherheit für Organspender gefordert

WIESBADEN (ine). Eine bessere Absicherung für Organspender fordert Dr. Thomas Spies, Arzt und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag. Die Landesregierung, so Spies, müsse endlich aktiv werden und den Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2006 umsetzen und sich im Bundesrat für ein Bundesgesetz einsetzen.

Mit 64 Spenden im vergangenen Jahr liegt Hessen bei Organspenden im Bundesdurchschnitt auf dem letzten Platz. Angesichts dieser Zahlen spendeten immer mehr Menschen nahen Angehörigen ein Organ, so Spies. Allerdings sei der Eingriff mit erheblichen Risiken für den Spender verbunden: Operationskomplikationen und Folgeerkrankungen könnten bei bis dahin gesunden Menschen die Folge sein.

So gebe es Fälle, in denen ein Ladenbesitzer, der ein Organ spendete, wegen einer Wundheilungsstörung wochenlang seinen Betrieb schließen musste und nur knapp dem Bankrott entging. Auch der Abschluss von Lebensversicherungen sei - wegen eines höheren Risikos - schwieriger. Spies verweist auf die Absicherung für Menschen, die sich impfen lassen, nach dem Bundesversorgungsgesetz. "Impfschäden werden aus öffentlichen Mitteln abgesichert, weil die Impfung einen Schutz für sich selbst und andere bedeutet", so Spies. Organspender müssten hingegen die wirtschaftlichen Risiken selbst tragen.

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