Ärzte Zeitung, 27.04.2010

Kommentar

Sektorale Planung greift zu kurz

Von Dirk Schnack

Entscheidungen zur Klinikplanung haben weit reichende Folgen für die Versorgung - und damit für die Geldflüsse im System. Deshalb ist es nachvollziehbar, wenn private Klinikträger auf mehr Einfluss in diesen Gremien drängen.

Bevor Zugeständnisse an Partikularinteressen gemacht werden, gehören Zusammensetzung und Stimmrechte in den Beteiligtenrunden grundsätzlich auf den Prüfstand. Denn die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung werden durchlässiger, wie Konflikte um die Öffnung der Kliniken für spezialisierte ambulante Behandlung (Paragraf 116 b) zeigt. Auf der anderen Seite gibt es große Praxisverbünde, die Krankenhäusern Konkurrenz machen. Planungsentscheidungen für einen Sektor berühren auch die Akteure im anderen Sektor.

Diese Entwicklung wird sich weiter verschärfen, wie jüngst ein Vorstoß der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft zu einer forcierten ambulanten Öffnung der Krankenhäuser gezeigt hat. Wenn Kliniken in der ambulanten Versorgung in immer größerem Umfang aktiv werden, warum muss dann kein Einvernehmen mit der KV erzielt werden? Wo Sektor übergreifend gearbeitet wird, muss auch gleichberechtigt über die Rahmenplanung entschieden werden.

Lesen Sie dazu auch:
Privatkliniken stellen die Machtfrage bei der Planung

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »