Ärzte Zeitung, 04.06.2010

Bundesregierung wird bei seltenen Krankheiten aktiv

BERLIN (af). Das geplante Patientenrechtegesetz soll einen Passus zu seltenen Erkrankungen erhalten. Das kündigte der Patientenrechtebeauftragte der Bundesregierung Wolfgang Zöller (CSU) bei einer Veranstaltung in Berlin an.

Patienten mit seltenen Erkrankungen sollten einen gesetzlichen Anspruch auf Zugang zu neuen Behandlungsformen und Medikamenten erhalten. Der solle auch gelten, wenn die Evidenz der innovativen Verfahren noch nicht feststehe. Außerdem sollten sich die Arzneimittel für Menschen mit seltenen Erkrankungen in Zukunft nicht weiter verteuern dürfen.

Das deutsche Gesundheitssystem habe erhebliche Defizite beim Umgang mit seltenen Erkrankungen. Das liege an seiner ausgeprägten Sektororientiertheit. Das im März aus der Taufe gehobene Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit seltenen Krankheiten soll Abhilfe schaffen. Darin arbeiten Bund, Länder, die forschenden Pharmahersteller und weitere Akteure zusammen. Besserung ist in Sicht. Im Januar eröffnete das bundesweit erste Zentrum für seltene Erkrankungen in Tübingen.

Eine Krankheit gilt als selten, wenn sie weniger als fünf Menschen auf 10 000 Einwohner betrifft. Die Seltenheit der einzelnen Erkrankungen erschwert aus medizinischen und wirtschaftlichen Gründen die Forschung und medizinische Versorgung. Betroffene warten im Schnitt sieben Jahre auf eine gesicherte Diagnose als Voraussetzung für eine Erfolg versprechende Therapie.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie kommen Ärzte an benötigte Grippe-Vakzinen?

Gesundheitsminister Spahn hat die rechtliche Grundlage gelegt, Grippe-Impfstoffe unter Ärzten auszutauschen. Aber wie geht das vonstatten? Darüber scheint Unklarheit zu herrschen. mehr »

Weniger HIV-Neuinfektionen in Deutschland

Rund 86.000 Menschen in Deutschland sind HIV-positiv, schätzt das RKI. Die Zahl der Neuinfektionen ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. mehr »

Diagnose von Hautflecken per Smartphone

Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots wirkt. Die Teledermatologie-Anwendung AppDoc soll Patienten mit verdächtigen Hautflecken zu einer schnelleren Diagnose verhelfen. mehr »