Ärzte Zeitung, 15.07.2010

Gesundheitsressort in NRW geht an die Grünen

Steffens wird Nachfolgerin des Christdemokraten Karl-Josef Laumann / Prävention soll hohen Stellenwert haben

KÖLN (iss). Jetzt ist es offiziell: Barbara Steffens von den Grünen wird neue Gesundheitsministerin in NRW. Sie steht in der Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) dem Ministerium für "Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter" vor.

Steffens übernimmt Gesundheitsressort

Gestern noch Fraktionsvize, heute schon Ministerin: Barbara Steffens von den Grünen.

© dpa

Steffens folgt auf Karl-Josef Laumann (CDU), der das "Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales" geführt hat und jetzt Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag ist.

Die 48-jährige Steffens ist gelernte Biologisch-Technische Assistentin. Sie war in der vergangenen Legislaturperiode unter anderem gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. "Gesundheitsversorgung sozial ausrichten" beschreiben SPD und Grüne in ihrem Koalitionsvertrag die Herausforderung in der Gesundheitspolitik im bevölkerungsreichsten Bundesland. Der Vertrag widmet dem Thema gerade einmal anderthalb Seiten, genau so viel wie Sport und Bewegung. "Unser Ziel ist eine flächendeckende, bedarfsgerechte und ohne Hürden zugängliche gesundheitliche und medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger in NRW - unabhängig von sozialem Status, Alter, Herkunft oder Geschlecht", heißt es programmatisch im Koalitionsvertrag. Vor allem der Prävention misst Rot-Grün dabei einen hohen Stellenwert zu. Um die Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu fördern, will die Koalition das Amt eines Patientenbeauftragten schaffen.

In der Klinikfinanzierung plant Rot-Grün, die pauschale Förderung durch einen "Sonderfonds Krankenhäuser" zu ergänzen, "um den speziellen Erfordernissen aus der Krankenhausplanung gerecht zu werden". Die Weiterentwicklung integrierter Versorgungsangebote - "im Konsens mit den örtlichen Akteuren" - sieht die Koalition als einen Weg, um die wohnortnahe gesundheitliche Versorgung auch in ländlichen Regionen und sozial benachteiligten Stadtteilen sicherzustellen.

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