Ärzte Zeitung, 18.10.2010
 

Bund: Mutterschutz in Deutschland ausreichend

BERLIN (dpa). Das Bundesfamilienministerium sieht keine Notwendigkeit, den Mutterschutz in Deutschland zu verbessern. Ein EU- Vorschlag, die Mutterschutzfristen von 14 auf 18 bis 20 Wochen auszuweiten, "bringt keine quantitativen Verbesserungen für die Betroffenen, aber erhebliche Mehrkosten", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag in Berlin. Es gebe bereits mit 14 Wochen Mutterschutz und dem Mutterschaftsgeld von 100 Prozent hierzulande ein "ausreichendes Schutzniveau".

Zuvor hatte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt das Europäische Parlament aufgefordert, eine Verlängerung des Mutterschutzes auf 20 Monate bei vollem Lohnausgleich abzulehnen. Dies würde die Wirtschaft mit 1,7 Milliarden Euro belasten.

Der für schwangere Frauen und junge Mütter notwendige Gesundheitsschutz sei in Deutschland gewährleistet. "Bei Mutterschutz und Elternzeit von insgesamt 170 Wochen ist Deutschland eines der familienfreundlichsten Länder in der EU, während in Belgien maximal 27 Wochen gewährt werden", sagte Hundt der Tageszeitung "Die Welt" (Montag).

Dagegen sprach sich der DGB für eine verbesserte Mutterschutz- Regelung nach den seit 2000 geltenden Normen der Internationalen Arbeitsorganisation aus. "Wenn die Anpassung jetzt nicht gelingt, wird das Thema auf die lange Bank geschoben. Das ist unverantwortlich", sagte die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock. Sie appellierte an die deutschen Abgeordneten im Europaparlament, "einem besseren Mutterschutz zum Durchbruch zu verhelfen".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Bei PKV und GKV sind viele Optionen möglich

16.30 hEine Bürgerversicherung "pur" wird es mit der Union nicht geben. Für Veränderungen im Versicherungssystem zeigen sich CDU/CSU aber offen. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »