Ärzte Zeitung, 03.11.2010

"Praxen der Zukunft sind riesengroß"

BAD ORB (ras). Der Hauptgeschäftsführer im Deutschen Hausärzteverband Eberhard Mehl geht davon aus, dass die Praxen der Hausärzte in Zukunft "riesengroß" werden.

Wie Mehl bei der practica 2010 in Bad Orb der "Ärzte Zeitung" sagte, sei aufgrund des drohenden Ärztemangels zum einen damit zu rechnen, dass sich immer mehr Patienten auf immer weniger Hausärzte verteilen werden.

Da die Scheinzahl pro Praxisinhaber aus Kapazitätsgründen aber nicht unbegrenzt anwachsen könne, müssten auch die Praxen größer werden. Denkbar sei hier die Aufnahme von Weiterbildungsassistenten oder - gerade auf dem Land - der Ausbau hin zu Ärztezentren, in denen verstärkt auch qualifizierte Medizinische Fachangestellte mit eingebunden werden müssten.

Auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) seien als größere Einheit durchaus eine Alternative. Allerdings bezweifelt Mehl, dass sich MVZ in abgeschiedenen und unterversorgten Regionen ansiedeln werden, da dort das für ein MVZ notwendige "Patientenklientel" gar nicht vorhanden sei.

In der Vergangenheit hat es immer wieder Diskussionen gegeben, ob die Ansiedlung von MVZ in eher ländlichen Regionen tatsächlich eine Option ist, um Versorgung nachhaltig zu verbessern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »