Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Sachsen: Versorgung psychisch kranker Kinder unter der Lupe

Wie ist eine bedarfsgerechte Versorgung möglich? In Sachsen werden dazu Fachärzte befragt.

DRESDEN (eb). Forscher der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus haben den Auftrag, eine Erhebung zur Versorgungslage im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Freistaat vorzunehmen.

Die Versorgungslage im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sei in den letzten Jahren in Deutschland immer wieder kontrovers diskutiert worden, insbesondere wenn jugendliche Patientinnen und Patienten in Gewaltkriminalität und "Amokläufe" verwickelt waren, teilt die Technische Universität Dresden mit.

Das Zusammenspiel innerhalb der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie von ambulanter und stationärer Versorgung, die Kooperation zwischen Schule, Elternhaus, Jugendamt, Strafverfolgungsbehörden und anderen involvierten Organisationen sowie die Mischfinanzierung dieses Versorgungssektors durch Krankenversicherung, kommunale Jugendhilfe sowie Landesbehörden werde oft als Problem wahrgenommen.

Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz führt jetzt eine Arbeitsgruppe um Professor Joachim Kugler am Lehrstuhl für Gesundheitswissenschaften/ Public Health der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden ein Forschungsprojekt zum "Aktuellen Stand der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung in Sachsen und mögliche Entwicklungen aus ärztlicher und patientenorientierter Sicht" durch.

Die Studie läuft noch bis Ende Februar 2011. Im Mittelpunkt des Projektes steht das Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie, wobei die Fachärzte dieser Disziplin zu ihrer Wahrnehmung der Versorgungssituation sowie zu Chancen und Herausforderungen interviewt werden.

Darüber hinaus werden Beratungsstellen für Kinder- und Jugendliche sowie Einrichtungen der Jugendhilfe schriftlich befragt. Ziel sei es, fundierte Überlegungen für eine bedarfsgerechte Versorgung abzuleiten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »