Ärzte Zeitung, 28.04.2011

Beratungstelefon für depressive Herzpatientinnen

HANNOVER/GÖTTINGEN (cben). Die KKH-Allianz und die Universitätsmedizin Göttingen haben ein "Frauenherz-Telefon" für Herzpatientinnen eingerichtet, die an Depressionen leiden. Jeder vierte Mann leide im Laufe seiner Herzkrankheit an einer Depression, bei Frauen ist es fast jede Zweite.

Deshalb hat die KKH-Allianz im Oktober 2010 gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen das "Frauenherz-Telefon" ins Leben gerufen. Es richtet sich an Patientinnen mit koronarer Herzkrankheit, die unter depressiven Symptomen oder Angstzuständen leiden, teilte die Kasse mit.

"Herzkranke Frauen berichten auf Nachfrage über durchschnittlich stärkere seelische Belastungen als Männer. Paradoxerweise wurden erst wenige speziell auf Frauen mit Herzkrankheit ausgerichtete Beratungs- und Therapieangebote entwickelt", erklärte Professor Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen. 

Ziel des Projektes ist es, die psychische Situation und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Beraterinnen am Telefon sind ehrenamtlich tätig und leiden selbst an einer Herzkrankheit. Dadurch kennen sie die Situation der Anruferinnen aus eigener Erfahrung und bringen ein besonderes Verständnis auf.

Die Beraterinnen wurden speziell geschult, so die KKH. Das Projekt wurde im Rahmen der "Konferenz Gesundheitswirtschaft" der Financial Times Deutschland in Berlin unter 90 Bewerbern als eines der zehn besten ausgezeichnet.

Informationen im Internet: www.kkh-allianz.de/frauenherz 

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erdnuss-Immuntherapie löst häufiger Anaphylaxie aus

Schlechte Nachrichten für Patienten mit Erdnuss-Allergie: Einer Meta-Analyse zufolge traten unter einer oralen Immuntherapie bei Kindern deutlich mehr allergische Reaktionen auf. mehr »

Unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht

Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Masern-Impfschutz gar nicht so schlecht da. Ein Grund, sich auszuruhen, ist das nicht, meinen Ärztevertreter. Doch wie weit sollte eine Impfpflicht gehen? mehr »

Honorar für Leichenschau soll mehr als verdoppelt werden

Eine Arztstunde für rund 220 Euro: Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Neubewertung der Leichenschau in der GOÄ ab 2020. Bei den Ärzten stößt er damit auf Gegenliebe. mehr »