Ärzte Zeitung online, 06.06.2014
 

Bluterskandal

Bund gibt zehn Millionen Euro für HIV-Infizierte

Über 500 Betroffene des Bluterskandals leben noch. Doch der Stiftung, die sie unterstützen sollte, drohte das Aus. Jetzt schießt der Bund Hilfen bis 2017 zu.

BERLIN. Der Bund gibt weitere zehn Millionen Euro für die Opfer des sogenannten Bluterskandals, die in den 1980er Jahren durch kontaminierte Gerinnungspräparate mit HIV infiziert worden waren. Das teilte die SPD-Abgeordnete Bärbel Bas nach den Haushaltsberatungen am Freitag in Berlin mit.

Bas ist Mitglied im Rat der Stiftung "Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen", aus der die betroffenen Hämophilie-Patienten Hilfen erhalten. Die Finanzspritze sichere Leistungen für die Betroffenen und ihre Familien bis 2017.

Auch die anderen Stifter - die Länder, die Pharmaindustrie und das Rote Kreuz - seien nun in der Verantwortung, die Stiftung auch nach 2017 ausreichend mit Geld ausstatten, sagte Bas.

Mehr als 1000 Betroffene starben damals. Noch leben rund 550 direkt Betroffene, auch Angehörige erhalten Leistungen. Die Präparate waren damals trotz Erkenntnissen über Gefahren spät vom Markt genommen und Risiken heruntergespielt worden. 1995 wurde die Stiftung gegründet. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »