Ärzte Zeitung online, 16.02.2017

Bürgerentscheid

Kein "Wünsch Dir was"

Ein Kommentar von Dirk Schnack

Die Gesundheitsversorgung in dünn besiedelten Regionen wie Nordfriesland kann nicht mit der in Metropolen mithalten. Das kann man als ungerecht empfinden, ändert aber nichts an der Realität. Und die ist auch im Norden von begrenzten Mitteln geprägt.

Wer trotz millionenschwerer Zusatzbelastungen für den Kreis für ein zweites Krankenhaus auf Sylt und für die Wiedereröffnung einer wirtschaftlich nicht tragfähigen Einrichtung in einer kleinen Gemeinde stimmt, ignoriert nicht nur Zahlen, sondern auch die Wünsche seiner Mitmenschen. Die haben längst mit den Füßen abgestimmt, als sie das kleine Krankenhaus in Tönning nur schwach in Anspruch genommen haben. Ignoriert wird damit noch ein weiteres Faktum: Allein aus dem Wunsch der Bevölkerung nach Versorgung entsteht kein Personal, das in Kleinstkliniken, wie Tönning es war, arbeiten möchte. Eine Klinik wiederzubeleben, die wirtschaftlich nicht rentabel war, die wegen Personalmangels vorzeitig schließen musste und von der Bevölkerung immer seltener in Anspruch genommen wurde, ist fast so abenteuerlich wie die Forderung, auf Sylt neben einem bestehenden Krankenhaus ein zweites zu bauen, weil man mit der privaten Trägerschaft nicht einverstanden ist. Die Mehrheit im Kreistag von Nordfriesland hat das Begehren zurecht als "Wünsch Dir was" kritisiert und parteiübergreifend ein vernünftiges Konzept dagegen gestellt, das die Wähler unterstützen werden.

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