Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 19.05.2017

Samenspenderegister

Zu kurz gesprungen

Kommentar von Florian Staeck

Wieder kann Hermann Gröhe einen Haken machen. Mit dem Gesetz über die Errichtung eines Samenspenderregisters hat er erneut ein Vorhaben im Koalitionsvertrag abgearbeitet.

Union und SPD sind eine ohne Zweifel wichtige Einzelfrage angegangen– wie Betroffene künftig ihr Grundrecht auf Kenntnis der Abstammung geltend machen können. Das große Ganze haben sie erst gar nicht in den Blick genommen.

Denn mit der modernen Reproduktionsmedizin fallen immer häufiger die biologische und die soziale Elternschaft auseinander. Und mit der Vielfalt familiärer Lebenswirklichkeit stellen sich auch viele Rechtsfragen neu. Doch das Embryonenschutzgesetz aus dem Jahr 1991 spricht nur Verbote aus. Es verbietet Verfahren wie beispielsweise die Eizellspende, die in anderen europäischen Staaten erlaubt ist. Paare, die es sich finanziell leisten können, suchen daher Hilfe in ausländischen Reproduktionskliniken. Um die lebenspraktischen Fragen, die sich aus diesem Fortpflanzungstourismus ergeben – im Abstammungsrecht, bei der elterlichen Sorge oder der Unterhaltspflicht – dürfen sich dann die Gerichte kümmern. Gewiss ist ein Fortpflanzungsmedizingesetz ein dickes Brett. Doch es sollte dringend auf der Agenda der nächsten Bundesregierung stehen.

Lesen Sie dazu auch:
Samenspender: Register klärt Abstammung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Zwischen Trauer und Krankenversorgung

19:10Spanien steht unter Terror-Schock: Nach den Attacken in Barcelona und im Badeort Cambrils wurden die Verletzten in 15 Krankenhäusern in Barcelona und Tarragona behandelt. Die „Ärzte Zeitung“ berichtet fortlaufend über die Situation vor Ort. mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »