Ärzte Zeitung online, 03.09.2018

Trägerwechsel

UPD-Eigentümerin wehrt sich gegen Kritik

Das Trägerunternehmen der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) wird verkauft. Kritiker sehen sich bestätigt.

Von Florian Staeck

BERLIN/DUISBURG. Der Eigentümerwechsel beim Trägerunternehmen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland" (UPD) ist bei Verbänden und Patientenorganisationen auf harsche Kritik gestoßen. Die Sanvartis GmbH hatte 2015 den Zuschlag für die ausgeschriebene UPD erhalten und deren Betrieb in einer gemeinnützigen GmbH ausgegliedert. Nun hat das in Duisburg ansässige Unternehmen bestätigt, dass die Schweizer Muttergesellschaft Sanvartis Group verkauft worden ist.

Neue Eigentümer sind die Sanvartis Geschäftsführung sowie zwei Unternehmer aus Köln. Deren Unternehmen Careforce GmbH ist ein nach eigenen Angaben ein "führendes Unternehmen" bei Personal- und Vertriebsdiensten für Pharmahersteller und beschäftigt aktuell 680 Außendienstmitarbeiter.

Die UPD leiste seit zweieinhalb Jahren "gute Arbeit", sagte Sanvartis-Geschäftsführer Manuel Ebner. Er nannte es "absurd", die Qualität der Beratung angesichts der veränderten Gesellschafterstruktur in Frage zu stellen. Das Bundeskartellamt sei an der Transaktion beteiligt gewesen, der GKV-Spitzenverband wurde informiert, betonte Ebner. Die UPD erhält jährlich neun Millionen Euro aus Mitteln der Krankenkassen.

Kritiker: Konzept mit neutraler Beratungsstelle nicht vereinbar

Der Vorgang ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Aus Sicht von Professor Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes, gehört die Patientenberatung "nicht in die Hand der Gewinnwirtschaft, sondern unter die Regie der Zivilgesellschaft". Für den Sozialverband VdK lässt sich der Eigentümerwechsel "nicht mit dem Konzept einer unabhängigen und neutralen Beratungsstelle vereinbaren".

Die UPD erwecke dadurch "bei Ratsuchenden einen völlig falschen Eindruck". Sanvartis indes betont, man habe 2015 deshalb den Zuschlag in einer öffentlichen Ausschreibung erhalten, weil das Angebot inhaltlich überzeugend war und die Unabhängigkeit der Arbeit der UPD garantiert wurde.

Bis Ende 2015 wurde die UPD durch drei Gesellschafter getragen: Sozialverband VdK, Verbraucherzentrale Bundesverband und den Verbund unabhängige Patientenberatung.

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