Ärzte Zeitung, 07.08.2011

Arzneiausgaben sinken im ersten Halbjahr 2011 um 3,5 Prozent

Nach einem durch mehr Arbeitstage bedingten Ausgabensprung im Mai drehen die Arzneimittelausgaben der Kassen im Juni wieder ins Minus.

Arzneiausgaben sinken im ersten Halbjahr 2011 um 3,5 Prozent

FRANKFURT/MAIN (fst). Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben die gesetzlichen Kassen 14,75 Milliarden Euro für verordnete Arzneimittel, Impfstoffe und Testdiagnostika gezahlt.

Das sind 3,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit.

Dagegen hat die Menge der abgegebenen Packungen (339,5 Millionen) um 0,8 Prozent zugenommen.

Ausgaben im Juni betragen 2,35 Milliarden Euro

Im Juni ergibt sich mit Ausgaben von 2,35 Milliarden Euro sogar ein Rückgang um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch die Packungszahl ist deutlich um acht Prozent auf 51 Millionen geschrumpft.

Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass der Juni zwei Arbeitstage weniger hatte als im Vorjahr. Umgekehrt verhielt es sich beim Mai 2011: Dieser wies drei Arbeitstage mehr als im Vorjahr auf, was eine maßgebliche Erklärungsgröße für den Ausgabensprung von rund acht Prozent bildete.

Bereinigt man die Juni-Daten um den Effekt dieser statistischen Verzerrung, dann beträgt der Ausgabenrückgang etwa zwei Prozent. Die Ausgaben für Impfstoffe beliefen sich im Juni auf 68 Millionen Euro.

Zwangsabschläge bremsen weiterhin die Arzneiausgaben

Die seit August 2010 erhöhten und Anfang 2011 zusätzlich eingeführten Zwangsabschläge bremsen weiter die Arzneiausgaben. Im ersten Halbjahr addieren sich die Zwangsrabatte von Herstellern, Apotheken und Großhandel auf rund 1,9 Milliarden Euro.

Dabei entfällt auf die Hersteller mit 1,135 Milliarden Euro der Löwenanteil (Vorjahr: 518 Millionen Euro). Apotheken müssen einen Sparbeitrag von 619 Millionen (Vorjahr: 526 Millionen) Euro leisten. Die Abschläge des Großhandels belaufen sich 98 Millionen Euro.

Dauerhaft rückläufig zeigt sich der Impfstoffmarkt im ersten Halbjahr, der auf kumuliert 380 Millionen Euro geschrumpft ist. Das entspricht einem Rückgang von 5,2 Prozent.

Dabei brach der Umsatz mit Mehrfachimpfstoffen (-8,2 Prozent) stärker ein als der mit Einfachimpfstoffen (-2,9 Prozent).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum Welt-Diabetestag am 14. November zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »