Ärzte Zeitung, 04.02.2016

Rabattverträge

AOK schreibt wieder aus

Die Ortskrankenkassen hoffen bei den Arzneiausgaben auf Einsparungen in Milliardenhöhe. Für zwei Jahre haben sie insgesamt 59 Fachlose EU-weit ausgeschrieben.

STUTTGART. Die AOK-Gemeinschaft hat im Europäischen Amtsblatt die 17. Tranche der bundesweiten Rabattverträge für Generika ausgeschrieben.

Laut Ortskassen beläuft sich das Volumen für sie auf 1,1 Milliarden Euro Arzneiausgaben pro Jahr. Die insgesamt 59 Fachlose des AOK XVII umfassen demnach 58 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Die Verträge lösen laut Kasse überwiegend die Kontrakte der Tranche AOK XIII ab. Sie sollen am 1. Oktober 2016 starten und eine Gesamtlaufzeit bis zum 30. September 2018 haben.

Die pharmazeutischen Unternehmen können bis zum 7. April 2016 Angebote für einzelne oder alle der acht regionalen Gebietslose abgeben. "Bei der Auswahl unserer Vertragspartner geht es beileibe nicht nur um den Preis, sondern insbesondere um eine sichere Versorgung unserer Versicherten. Die Zuverlässigkeit eines Unternehmens ist deshalb ein entscheidendes Auswahlkriterium", erläuterte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Donnerstag in Stuttgart.

Vier Fachlose für besonders häufig verordnete Medikamente - darunter befänden sich der Blutdrucksenker Metoprolol und Metformin - schreibt die AOK-Gemeinschaft in der neuen Runde im Drei-Partner-Modell aus. Damit wolle die AOK in puncto Lieferfähigkeit auf Nummer sicher gehen.

Hermann verbindet die Ausschreibung mit einem Plädoyer für den Erhalt von Rabattverträgen und des Preismoratoriums. Würde das Moratorium fallen, treibe das die Ausgaben der Kassen voraussichtlich um mehr als drei Milliarden Euro jährlich in die Höhe.

Die Kassen hätten laut Bundesgesundheitsministerium auf Basis der Rabattverträge von Januar bis September 2015 rund 2,54 Milliarden Euro Arzneiausgaben eingespart. Die Effekte der Verträge hätten damit nochmals 13 Prozent über denen der ersten drei Quartale 2014 gelegen. (maw)

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