Ärzte Zeitung, 09.12.2016

Antibiotika

Ärzte in Ost und West verordnen unterschiedlich

"Sozialisierte Unterschiede" zwischen Ost und West bei Antibiotikaverordnungen sieht der BKK-Gesundheitsreport.

BERLIN. Drei Viertel aller BKK-Versicherten bekamen 2015 mindestens ein Medikament verschrieben. Am häufigsten standen Antibiotika auf den Rezepten. Knapp 27 Prozent der BKK-Mitglieder erhielten nach Auswertung der Daten von 9,3 Millionen Versicherten mindestens einmal ein Antibiotikum im vergangenen Jahr verordnet.

Vor allem in den alten Bundesländern wurden deutlich höhere Mengen verschrieben, hier zeigt sich laut Gesundheitsreport "ein beeindruckender Ost-West-Unterschied". Mit Ausnahme von Teilen Bayerns und Baden-Württembergs liegen die Tagesdosen in den neuen Ländern deutlich unter denen im Westen. Die Spannweite reicht von 2,6 verordneten Tagesdosen je Versichertem in Dresden bis zu sieben Tagesdosen in Gelsenkirchen. "Dabei zeigen sich keine relevanten Zusammenhänge mit der Auftretenshäufigkeit entsprechender Diagnosen im ambulanten Bereich", heißt es in dem Bericht.

Es sei davon auszugehen, dass es "sozialisierte Unterschiede" im Verordnungsverhalten niedergelassener Ärzte gibt. Das habe auch schon eine Analyse des Zentralinstituts der KVen gezeigt. "Ärzte im Osten sind mit der Verschreibung von Antibiotika zurückhaltender als die Ärzte im Westen", sagte BKK-Chef Franz Knieps. (juk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »