Ärzte Zeitung online, 20.02.2017

AMNOG-Novelle

Koalition ringt in drei Punkten um Konsens

BERLIN. Im Streit um die Novelle des Arzneigesetzes AMNOG werden sich die Verhandlungen zwischen Union und SPD vor allem auf drei strittige Punkte fokussieren: die Vertraulichkeit des Erstattungsbetrags, die Rückwirkung des Erstattungsbeitrags und die Höhe der Umsatzschwelle. "Der Druck ist hoch", sagte der Berichterstatter der Unionsfraktion, Michael Hennrich, der "Ärzte Zeitung".

Mit Blick auf den momentanen Verhandlungsstand sei unklar, ob eine Klärung noch auf der Ebene der Gesundheitspolitiker erreicht werden könne. Hennrich bestätigte die Absicht, die abschließende Beratung des Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes (AMVSG) am 9. oder 10. März im Bundestag anzusetzen.

Der Regierungsentwurf sieht vor, den Erstattungsbetrag vertraulich zu halten. Pharmaunternehmen haben dazu auf die wirtschaftlichen Folgen verwiesen, die der Erstattungsbetrag angesichts der Referenzpreisfunktion des deutschen Markts hat. Die SPD will am Status quo festhalten und Erstattungspreise öffentlich listen.

Auch die Umsatzschwelle, die für das erste Jahr nach der Marktzulassung eines Arzneimittels eingeführt werden soll, ist für die SPD mit 250 Millionen Euro zu hoch angesetzt. Für Hennrich sind die Rollen bei den Verhandlungen klar verteilt: "Der Ball liegt jetzt mehr im Feld der SPD", sagte er. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »