Ärzte Zeitung, 29.01.2013

AMNOG

Industrie stellt sich gegen die Kassen

BERLIN. Zwischen den Verbänden der Arzneimittelhersteller, des Großhandels sowie der Apotheker und dem GKV-Spitzenverband kommt es zum Schwur. Am Donnerstag dieser Woche soll die Umsetzung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) abgeschlossen werden.

Zu diesem Tag werden die Hersteller die Preise für die 14 Wirkstoffe veröffentlichen, die bereits in der frühen Nutzenbewertung waren und über deren Rabattierung Hersteller und GKV-Verband bislang verhandelt haben.

Die Verbände haben am Montag angekündigt, dass sie die Listenpreise erhalten wollen. Die Hersteller würden damit nur der Logik des AMNOG folgen, das durchgängig von Rabatten spreche, nicht aber von einer durch die Verhandlungen ausgelösten Preisneufestsetzung.

Diese Rabatte würden über den Handel an Kassen und Versicherte durchgereicht. Vor dem 1. Februar 2013 angefallene Rabatte würden die Hersteller direkt an die Kassen auszahlen.

Es handele sich um einen Betrag von unter einer Million Euro, hieß es dazu aus dem Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa).

Die Kassen dagegen gehen bei ihren Berechnungen direkt von den verhandelten Erstattungsbeträgen aus, was für die Handelsstufen geringere Margen bedeutet.

"Wir erwarten, dass die Unternehmen die Erstattungsbeträge so melden werden, wie es der Gesetzesinterpretation des Bundesgesundheitsministeriums entspricht", sagte der Pressesprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der "Ärzte Zeitung".

Seine Reaktionen will der Verband von den tatsächlichen Veröffentlichungen abhängig machen. Aus dem Ministerium hieß es dazu, man halte den Erstattungspreis für den maßgeblichen Preis für die Berechnung der Handelsmargen. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »