Ärzte Zeitung, 25.03.2013

Spezialfachärzte

Es gilt nur Facharztstatus

Der Versorgungsbereich soll zunächst mit Bauchtumoren und Tuberkulose an den Start gehen.

BERLIN. Niedergelassene Fachärzte, die sich für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) vernetzen, müssen in der Regel binnen 30 Minuten zur Versorgung eines Patienten erreichbar sein.

Das sieht die Richtlinie zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung vor, die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) vergangene Woche beschlossen hat. Die Richtlinie lag am Wochenende noch nicht vor.

Um an dem neuen Versorgungsbereich teilzunehmen, müssen Ärzte Leistungskooperationen eingehen. Solche Teams müssten nachweisen, innerhalb von 30 Minuten notfallmedizinische Einrichtungen erreichen zu können, sagte das unparteiische Mitglied und Leiterin des ASV-Projekts im GBA, Dr. Regina Franck, nach dem Beschluss.

Teilnahmevoraussetzung sei der Facharztstatus.Facharztstandard reiche nicht. Hausärzte sollen lediglich bei der Versorgung von HIV-infizierten Patienten zum Zuge kommen. Fachärzte für Allgemeinmedizin könnten aber in die ASV überweisen.

In dem neuen Versorgungsbereich sollen keine Mengenbegrenzungen gelten. "Wir wollen aufpassen, dass der Bereich nicht nur eine freiere Vergütungsform bleibt", sagte Patientenvertreterin Renate Pfeifer.

Die Honorarverhandlungen mit den Ärzten und Klinikverwaltungen stünden noch ganz am Anfang, sagte Dr. Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband der "Ärzte Zeitung".

Die Konkretisierung der allgemeinen Regeln hat begonnen. Die ersten Indikationen in der ASV sollen schwere Verlaufsformen von gastrointestinalen und gynäkologischen Tumoren, Rheuma und Herzinsuffizienz sein. Bei seltenen Erkrankungen sollen die Tuberkulose, Marfan-Syndrom, Pulmonale Hyptertonie, Mukoviszidose und primär sklerosierende Cholangitis Vorrang haben. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »