Ärzte Zeitung, 28.11.2014

Kommentar zur ASV

Reform im Schneckentempo

Von Helmut Laschet

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist nach übereinstimmender Auffassung von Experten das einzige echte Reformelement des vor drei Jahren verabschiedeten Versorgungsstrukturgesetzes gewesen.

Weil es dem Trend zur ambulanten Medizin auch in hoch spezialisierten Disziplinen Rechnung trägt und weil es einen fairen Wettbewerbsrahmen für niedergelassene Ärzte und Kliniken gleichermaßen schafft.

Für die Zulassung ausschlaggebend ist allein die Qualifikation.

Die Realisierung der Reform läuft allerdings im Schneckentempo. Zum einen, weil der gemeinsame Bundesausschuss sich angesichts der komplexen Materie viel Zeit lässt, die Anforderungen zu definieren.

Nun zeigt sich überdies, dass die Genehmigungspraxis der Erweiterten Landesausschüsse höchst heterogen, intransparent und unkalkulierbar ist. Die Folge: Nur ganz punktuell ist die ASV in Deutschland bislang Realität.

Geradezu Erdrosselungswirkung könnte der Plan des Gesetzgebers haben, den Zulassungen nach dem alten bis Ende 2011 geltenden Paragrafen 116b einen Bestandsschutz zu geben.

Das würde den stationären Sektor eindeutig bevorzugen, ins Hintertreffen würden die niedergelassenen Ärzte geraten. Solch ein Schlingerkurs stärkt nicht die Versorgung.

Lesen Sie dazu auch:
ASV: Spezialfachärzte stehen vor vielen Hürden und Stolperfallen

Topics
Schlagworte
ASV (125)
Versorgungsgesetz (112)
Organisationen
ASV (197)
Personen
Helmut Laschet (1409)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Krankenhauspatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten Medizinern aber Kopfzerbrechen. mehr »

Cannabis – das heiße Eisen in der Praxis

Cannabis auf Kassenkosten, da herrscht auch nach einem Jahr noch keine Routine in deutschen Arztpraxen: Verunsicherte Politiker, gespaltene Ärzteschaft und klagende Patienten. Ein Überblick über den Status Quo. mehr »