Ärzte Zeitung, 10.06.2013
 

Bedarfsplanung

Bremen wird nicht geteilt

In Bremen wollte ein Ärztenetz einen zweiten Planungsbezirk für den Norden. Doch der hätte den Hausärzten in der Hansestadt nichts genützt - im Gegenteil.

Von Christian Beneker

stadtmusikanten-A.jpg

Ihre Stadt bleibt ungeteilt: die Bremer Stadtmusikanten.

© imagebroker/ imago

BREMEN. Die Stadt Bremen bleibt ein einziger Planungsbereich. Da nützte auch der Protest des Ärztenetzes Bremen Nord nichts.

Im Gegenteil: Die Ärzte im Norden der Stadt mussten einsehen, dass sie mit der Forderung nach einem eigenen Bezirk für den Norden schlechter wegkommen als bei der nun getroffenen Regelung. Fazit: Die Neuordnung der Planungsbereiche löst nicht alle Probleme.

"Mit einem neuen Planungsbezirk Bremen-Nord würden wir Hausärzte keinen Blumentopf gewinnen", sagt Dr. Peter Rudolph, Hausarzt in Bremen-Nord. "Denn wenn wir die Planungsbereiche nicht teilen, haben wir einen Versorgungsgrad von 110 Prozent, und wenn wir teilen, von 113 Prozent."

Allerdings verlassen offenbar immer mehr Ärzte, nicht nur Hausärzte, den Bremer Norden. Auch eine Augenärztin sei gegangen, hieß es. Ebenso fehlen Kinder- und Jugendpsychologen im Norden der Weserstadt.

Die Netzärzte fürchten, dass ihre Stadtteile für neue, nicht nur hausärztliche Kollegen wegen der veränderten Sozialstruktur nach und nach unattraktiver werden und die Ärzte mit ihren Niederlassungen in begehrtere Gegenden Bremens abwandern. Außerdem könnten ältere Vertragsärzte womöglich keine Nachfolger finden.

Noch nichts beschlossen

Nach einem kontrovers verlaufenen Treffen mit Vertretern der KV Bremen, mit Gesundheitssenator, Dr. Hermann Schulte-Sasse und Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt vom Nord-Bremer Stadtteil Vegesack, haben sich Ärzte und KV bei einem Folgetreffen zusammengerauft, berichtet Rudolph.

"Wir kennen die Sorgen der Ärzte in Bremen Nord", sagt KV-Sprecher Christoph Fox der "Ärzte Zeitung".

"Aber wir wissen auch, dass ein eigener Planungsbezirk keinen Arzt davon abhalten wird, aus Bremen Nord wegzugehen." Im Übrigen sei Bremen- Nord in vielen Disziplinen überversorgt.

Dennoch will die KV möglicherweise ein Förderpaket auflegen. "Denkbar wäre zum Beispiel eine Umsatzgarantie für Ärzte, die sich im Norden niederlassen wollen", sagt Fox. Die KV denkt offenbar auch an verbilligte Kredite.

Aber beschlossen sei noch nichts. Die KV verwies auch auf die politische Seite. "Auch die Kreativität der Ortsämter ist gefragt, zum Beispiel mit Kita-Plätzen oder günstigen Immobilien", so der KV-Sprecher.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Bei PKV und GKV sind viele Optionen möglich

16.30 hEine Bürgerversicherung "pur" wird es mit der Union nicht geben. Für Veränderungen im Versicherungssystem zeigen sich CDU/CSU aber offen. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »