Ärzte Zeitung, 08.05.2008

Eine neue Epoche für die Hausärzte

Der Hausärzte-Vertrag für die AOK Baden-Württemberg steht: Keine Budgets, schlanke Bürokratie, mehr Honorar

BERLIN (HL). Hausärzte und AOK in Baden-Württemberg haben gestern ein neues Kapitel in der ambulanten Versorgung aufgeschlagen: das Ende der Budgets und der erste breitenwirksame Versorgungsvertrag für Hausärzte jenseits der KV ab dem 1. Juli.

 Eine neue Epoche für die Hausärzte

Rechnen mit 5000 teilnehmenden Kollegen in Baden-Württemberg: Dr. Berthold Dietsche (2.v.r.) und Ulrich Weigeldt (r.) vom Hausärzteverband.

Foto: Zimmermann

Hausärzteverband, Medi und AOK Baden-Württemberg haben gestern einen völlig neuartigen Hausarzt-Vertrag nach Paragraf 73 b unterzeichnet. Danach können Hausärzte, die dem Vertrag beitreten, für Patienten, die sich bei ihnen einschreiben, die komplette hausärztliche Versorgung übernehmen. Möglich ist dies für 3,7 Millionen AOK-Versicherte; bis zu einer Million sollen sich, so AOK-Chef Rolf Hoberg, bis Ende 2009 einschreiben.

Dr. Berthold Dietsche, Hausärzte-Chef in Baden-Württemberg, rechnet damit, dass 5000 der 7000 Hausärzte an dem Vertrag teilnehmen werden. Sie müssen definierte qualitative Bedingungen erfüllen. Der Vorteil liegt in einer einfachen, aus vier Elementen bestehenden Pauschal-Honorierung, die Fallwerte bis zu 80 Euro im Quartal - aktueller KV-Fallwert: 53 Euro - möglich macht. Eingebunden in den Vertrag sind auch Kinderärzte.

Für den Medi-Verbund betonte dessen Vorsitzender Dr. Werner Baumgärtner das Ziel, Fachärzte über Verträge nach Paragraf 73 c mit der AOK einzubinden. Damit würde für die komplette ambulante Versorgung von AOK-Versicherten im Südwesten zur KV eine Alternative entstehen.

Lesen Sie dazu auch:
AOK-Hausarztvertrag verschlankt Bürokratie

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Ein Meilenstein für die Hausärzte

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