Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 03.06.2008

Hausärzte hoffen auf neuen BEK-Vertrag

Die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft will neu verhandeln und setzt auf faire Konditionen

BERLIN/KÖLN (HL). Der Hausärzteverband erwartet, dass die Barmer Ersatzkasse trotz der Kündigung des laufenden Hausarzt-Vertrags bis zum Herbst einen neuen Vertrag auf der Basis von Paragraf 73 b zur hausarztzentrierten Versorgung abschließen wird.

 Hausärzte hoffen auf neuen BEK-Vertrag

Hofft auf neuen Vertragsabschluss mit der Barmer im Herbst: Eberhard Mehl, Hauptgeschäftsführer des Hausärzteverbandes.

Foto: Dt. Hausärzteverband

In der vergangenen Woche hatten Vorstand und Hauptausschuss der Kasse beschlossen, dass der seit gut drei Jahre laufende Vertrag mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft zum Jahresende 2008 gekündigt wird. Grundsätzlich will aber die Barmer an einer Versorgungsstruktur festhalten, die sich auf die Lotsen- und Steuerungsfunktion der Hausärzte stützt, wie BEK-Vorstandsmitgied Birgit Fischer der "Ärzte Zeitung" sagte. Dies soll aber mit präzise definierten Versorgungszielen verknüpft werden. Dazu will die Barmer Verträge auf der Grundlage von Paragraf 73 b ausschreiben.

Für die am derzeit noch geltenden Vertrag teilnehmenden Hausärzte ändere sich zunächst nichts, betonte gestern der Hauptgeschäftsführer des Hausärzteverbandes, Eberhard Mehl, in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Wenn die Bedingungen nach Veröffentlichung der Ausschreibungsunterlagen bekannt seien, könnten Barmer und Hausärztliche Vertragsgemeinschaft in neue Verhandlungen gehen. Ein Vertragsabschluss bis zum Herbst sei zeitlich möglich. Seine Organisation habe den Vorteil, als einzige der Barmer einen bundesweiten Vertrag anbieten zu können.

Aus der Sicht des Hausärzteverbandes sind die Ursachen der Kündigung des gegenwärtigen Vertrags im Urteil des Bundessozialgerichts begründet. Nach dieser Entscheidung bedeutet die Einbeziehung der Apotheker keine Integrationsversorgung; als Folge dessen muss die Barmer die Finanzanteile für die Integrationsversorgung an Kliniken und KVen zurückzahlen. Nach Auffassung des Hausärzteverbandes hätte man den bestehenden Vertrag zur Integrationsversorgung auch in einen - rechtlich zulässigen - Paragraf 73b-Vertrag überführen können. Dies hätte die Hausärztevertragsgemeinschaft aber nur bei identischem Vertragsinhalt ohne weiteres akzeptiert. Da die Barmer allerdings eine stringentere Definition von Versorgungszielen in den Vertrag einführen wollte, sei eine Kündigung die Folge gewesen.

Mehl zeigte sich gestern davon überzeugt, dass die Barmer den Hausärzten auch künftig faire Konditionen gewähren wird. Allerdings müsse man auch akzeptieren, dass nicht jeder der rund 50 000 Hausärzte in Deutschland alle Bedingungen zur Teilnahme an einem neuen Vertrag erfüllen könne.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schadet Marihuana dem Herz?

Haschischraucher sterben häufiger an Hypertonie-bedingten Todesursachen als Tabakraucher: Darauf deuten Resultate einer Studie - die allerdings auf wackligen Daten steht. mehr »

Schuss vor den Bug auch der alternativmedizinischen Ärzte

Die Heilpraktiker wehren sich. Sie fühlen sich bei der vom "Münsteraner Kreis" angestoßenen Debatte um die Reform oder gar Abschaffung ihres Geschäftsfeldes außen vor. mehr »

So hitzig diskutieren unsere Online-User

Unseriöser Beruf oder medizinische Alternative: Experten fordern die Abschaffung des Heilpraktikerberufs - und treten damit eine eifrige Debatte los. mehr »