Ärzte Zeitung, 23.12.2008

Versorgungs-Management bei chronischen Wunden

Krankheit mit hohem Leidensdruck erfordert systematische Kooperation von Ärzten und Pflegediensten

Chronische Wunden sind bei Patienten in Allgemeinpraxen ein häufiges Problem, das sich nur in kooperativen Strukturen lösen lässt.

Charakteristisch für das KBV-Konzept sind:

Versorgungsproblem: erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität, Schmerzen, Mobilitätseinschränkungen, häufig soziale Isolation, keine flächendeckenden Selbsthilfeangebote; großes Ursachenspektrum, unnötig lange Wundheilungszeiten auch als Folge veralteter Behandlung, unzureichende Koordination mit Pflegediensten; hohe Folgekosten.

Versorgungsziele: Optimierung der ärztlichen Kooperation, stärkere Koordinierung vor allem mit der häuslichen Krankenpflege, Definition von Strukturanforderungen für die Pflege.

Versorgungsauftrag: Versorgung der Krankheitsbilder Ulcus cruris venosum und Dekubitus bei erwartetem oder bereits eingetretenem Substanzdefekt durch qualifizierte lokale Wundversorgung, eventuell Kompressionsbehandlung, Bewegungsförderung und Schmerztherapie; neu: Nutzung einer dopplersonogaphischen Bestimmung des Knöchel-Arm-Druck-Index; Kooperation zwischen Haus- und Fachärzten.

Strukturanforderungen: Versorgungsebene 1: Hausärzte; Versorgungsebene 2: Dermatologen, Chirurgen, Gefäßchirurgen, Hausärzte mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie oder der Zusatzweiterbildung Geriatrie; Internisten mit dem Schwerpunkt Angiologie.

Qualitätssicherung: verbindliche Kooperations- und Überweisungsregeln; Messung der Ergebnisqualität durch Indikatoren; Behandlungsplan mit Patienten, Schulung. (HL)

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