Ärzte Zeitung, 15.12.2009

Kommentar

Pluralität muss kein Makel sein

Von Florian Staeck

Regionale Pluralität fordern fünf Landeshausarztverbände bei der Umsetzung der Hausarztverträge ein. Sie wollen sich die Option offen halten, auch die KVen mit ins Boot zu holen.

Die Verbände in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Braunschweig und Thüringen setzen damit einen anderen Akzent als die Bundesspitze. Noch beim Hausärztetag im September hatte der Bundesvorstand die innerverbandliche Arbeitsteilung bekräftigt: Landesverbände entscheiden bei Verhandlungen mit regionalen Kassen, der Bundesverband hat bei überregionalen Kassen das Sagen.

Die Erklärung der fünf Landesverbände als Uneinigkeit oder Zerstrittenheit des Hausärzteverbandes insgesamt auszulegen, wäre falsch. Vielmehr zeigt der Vorgang, dass sich das Verhältnis zwischen (Landes-)Hausarztverbänden und KVen nicht überall im gleichen Tempo entwickelt: Im Süden und Südwesten haben sich die Verbände mit Vollversorgungsverträgen auf den Weg in eine KV-freie Welt gemacht. In anderen Regionen - vor allem im Osten - erhalten die KVen quasi eine Bewährungsfrist, um hausärztliche Interessen - endlich - adäquat zu vertreten. Tenor: Verträge ohne die KV sind nicht das Maß der Dinge, sondern nur die letzte Option.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »