Ärzte Zeitung, 21.01.2010

Gewerkschaft sorgt sich um Gesundheit der Polizisten

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen fordert von der Landesregierung, mehr für die betriebliche Gesundheitsförderung der Beamten zu tun.

KÖLN (akr). Nach Angaben der GdP entstehen dem Land im Jahr Kosten von 290 Millionen Euro, weil Polizisten krank oder aus Gesundheitsgründen nur bedingt einsatzfähig sind. "Ein erheblicher Teil der Ausgaben ließe sich vermeiden, wenn das Land mehr in die Verhinderung gesundheitsschädlicher Arbeitsbedingungen investieren würde", sagte der GdP-Landesvorsitzende Frank Rochter bei einer Landtagsanhörung.

Weil es in NRW kein betriebliches Gesundheitsmanagement für die Polizei und damit auch keine profunde Ist-Analyse gibt, ist unklar, worunter die Beamten am meisten leiden. In den Bundesländern mit einer gezielten Gesundheitsförderung wie Berlin, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sieht das anders aus. Dort gehen zwei Drittel aller Ausfalltage bei der Polizei auf nur drei Ursachen zurück, und zwar Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, der Atemwege und auf Verletzungsfolgen.

Die GdP vermutet, dass die Verteilung in NRW ähnlich ist. Diese Erkrankungen lassen sich ihrer Auffassung nach mit einfachen Maßnahmen verbessern. Dazu gehören eine bessere ergonomische Ausstattung der Einsatzfahrzeuge, ein besserer Schutz gegen Verletzungen und mehr Dienstsport. "Wenn es uns gelingen würde, den Krankenstand bei der Polizei zumindest um ein Prozent zu senken, ständen uns jeden Tag 400 Polizisten mehr zur Verfügung", sagte Richter.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (19643)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Warum Schlafmangel heißhungrig macht

Schlafmangel kurbelt den Hunger an, das kennen viele aus Erfahrung. Warum das so ist, haben jetzt Forscher entschlüsselt: Es liegt nicht an den Hormonen. mehr »

Fertigprodukte mit weniger Fett und Zucker

Bis 2025 soll es weniger Salz, Fett und Zucker in Convenience-Produkten geben. Laut Medienberichten hat sich Ernährungsministerin Klöckner mit der Industrie auf Zielwerte geeinigt. mehr »

EU verbietet Einweg-Plastik

Die EU setzt gegen die Meeresverschmutzung auf ein Einweg-Plastik-Verbot – und darauf, dass die Industrie sich künftig an den Reinigungskosten beteiligt. Warum haben gerade Flaschendeckel dem Deal Steine in den Weg gelegt? mehr »