Ärzte Zeitung, 01.10.2010

IKK-Hausarztvertrag startet erst Anfang 2011

Die Vereinigte IKK lässt bei der KV Westfalen-Lippe die Vergütungsbereinigung für ihren Hausarztvertrag rückgängig machen. Datenschützer haben noch offene Fragen.

Von Ilse Schlingensiepen

IKK-Hausarztvertrag startet erst Anfang 2011

"Der KVWL-Vorstand macht Politik gegen die Hausärzte." (Dr. Norbert Hartmann, Chef des Hausärzteverbands in Westfalen-Lippe)

© KVWL

KÖLN. In Westfalen-Lippe wird der Hausarztvertrag des Hausärzteverbands und der Vereinigten IKK später als geplant finanzwirksam. Die Krankenkasse hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) gebeten, die Bereinigung der Vergütung für die teilnehmenden Hausärzte rückgängig zu machen.

Der Datenschützer ist von dritter Seite auf den Vertrag aufmerksam gemacht worden und sieht noch offene Fragen. Die Probleme wollen die Vereinigte IKK und der westfälisch-lippische Hausärzteverband in den kommenden Wochen ausräumen.

"Deshalb haben wir beschlossen, dass der Vertrag erst zum 1. Januar 2011 finanzwirksam wird", sagt der Landesverbandsvorsitzende Dr. Norbert Hartmann. Ursprünglich geplant war der 1. Oktober als Starttermin. Die Softwareprobleme seien inzwischen behoben worden, den teilnehmenden Ärzten steht ein kostenloses Software-Modul zur Verfügung.

Bislang nehmen rund 1500 Ärzte am Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung teil, berichtet Hartmann. Nicht alle hätten aber auch schon Patienten eingeschrieben. Das liege daran, dass die KVWL gegen den Vertrag polemisiere. "Der KVWL-Vorstand macht Politik gegen die Hausärzte", kritisiert Hartmann.

Die Vereinigte IKK ist nicht glücklich mit der Verschiebung, sieht zu ihr aber keine Alternative. "Wenn wir die Bereinigung bei der KVWL nicht storniert hätten, hätten die Hausärzte für die eingeschriebenen Patienten keine Vergütung bekommen", sagt der Leiter der Vertragsabteilung Dr. Heinz Giesen. Nachteile für die Ärzte habe die Vereinigte IKK aber auf jeden Fall vermeiden wollen.

Auch für die Befreiung der Versicherten von der Praxisgebühr hat die Kasse eine Lösung gefunden, berichtet er. Die Intervention beim Datenschützer ärgert Giesen. "In Bayern gibt es mit demselben Vertrag keine Probleme."

Die KVWL hatte die Regelleistungsvolumina der eingeschriebenen Hausärzte bereits bereinigt. Sie hätten pro Fall drei Cent weniger bekommen, das RLV wäre von 36,01 Euro auf 35,98 Euro gesunken. Jetzt erhalten die Hausärzte neue Bescheide.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »