Ärzte Zeitung, 21.10.2010

Stipendien für junge Patienten mit Morbus Crohn

HAMBURG (cben). Mehr Verständnis für junge Leute mit Morbus Crohn. Das ist das Ziel der jüngsten Initiative der "Stiftung Darmerkrankungen". In Hamburg hat die Stiftung zusammen mit dem Unternehmen Abbott die Ausbildungsstipendien "Leben und Lernen mit Morbus Crohn" in Höhe von 100 000 Euro an zwölf junge Leute in Ausbildung vergeben.

"Die Krankheit führt so immer wieder zu Auszeiten in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf", sagte Stiftungsvorstand Dr. Tanja Kühbacher bei der Verleihung der Stipendien. Fehlzeiten träfen jedoch selten auf Verständnis in Firma oder Uni.

"Dennoch lassen sich viele der jungen Betroffenen von der Krankheit nicht in die Ecke drängen. Diese beeindruckenden Menschen möchten wir bestärken und in ihrer Entwicklung unterstützen", begründete Kühbacher die Stipendien.

Weil begabte Studenten wegen der oft unbekannten Erkrankung Morbus Crohn durch die BAföG-Raster oder Gebührenbefreiungen fallen, fehle ihnen das nötige Geld, erklärte die Stipendiatin Anna Katharina Petersen. "Mit dem Stipendium kann ich an einer Hochschule studieren, die kleinere Arbeitsgruppen und individuellere Betreuung bietet", so Petersen.

In Deutschland leiden 300 000 bis 350 000 Menschen an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Je etwa die Hälfte entfallen auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, hieß es. Um die Fördermittel hatten sich über 250 Patienten zwischen 18 und 35 Jahren mit ihrem Aus- oder Weiterbildungsvorhaben beworben.

Zwölf von ihnen konnten das Stiftungs-Kuratorium überzeugen und erhalten ein Jahr lang bis zu 10 000 Euro. Abbott stellt dafür insgesamt 100 000 Euro zur Verfügung.

Info: www.stiftung-darmerkrankungen.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »