Ärzte Zeitung, 31.03.2011

Kommentar

Agnes ist tot - es lebe Agnes zwei!

Von Angela Mißlbeck

Ein Modellprojekt in Brandenburg traut den neuen nichtmedizinischen Arzthilfskräften in der ambulanten Versorgung mehr zu als bisher. Agnes zwei macht nicht nur Hausbesuche, sondern auch Fallmanagement, und das scheint in der Praxis gut anzukommen - so der erste Eindruck nach einem Vierteljahr Laufzeit.

Der wesentliche Unterschied zwischen Agnes und Agnes zwei ist jedoch ihre Herkunft. Während die erste von der Uni Greifswald losgeschickt und quasi von außen in die Region hineingepflanzt wurde, ist Agnes zwei vor Ort gewachsen.

Das verhilft ihr offenbar zu deutlich mehr Akzeptanz als Agnes eins jemals hätte erreichen können. Da die KV Brandenburg an der Entwicklung beteiligt ist, kommen keine Diskussionen um arztersetzende Parallelstrukturen auf. Die enge Anbindung an den Hausarzt ist aufgegeben.

Möglich ist nun auch die Anstellung bei Ärztenetzen, und sogar eine externe Trägerschaft durch die KVBB-Tochtergesellschaft KVComm gilt als denkbar. Das hätten die Ärzte der ersten Agnes wohl kaum erlaubt.

Bleibt nur zu hoffen, dass Agnes zwei nicht wie ihre Vorgängerin bei der Überführung in die Regelversorgung an der Finanzierung scheitert.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Agnes kehrt als Fallmanagerin zurück

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »