Ärzte Zeitung, 09.11.2011

KV Bayerns will bei den Hausärzten kräftig ausmisten

In Bayern sind viele Hausärzte keine Hausärzte

In Bayern sind viele Hausärzte keine Hausärzte. Daher müsste die Zahl um ein Fünftel reduziert werden, fordert der Vorsitzende der KV Bayerns.

MÜNCHEN (sto). Eine stärkere Regionalisierung der Bedarfsplanung hat der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) Dr. Wolfgang Krombholz gefordert.

Eine Planung, die sich nur an Stadt- oder Landkreisgrenzen orientiert, werde dem tatsächlichen Behandlungsbedarf vor Ort nicht gerecht, sagte Krombholz beim 10. Europäischen Gesundheitskongress in München.

Viel wichtiger als die formale Betrachtung, unter welcher Bezeichnung ein Arzt niedergelassen ist, sei das konkrete Leistungsangebot der Praxen vor Ort, erklärte Krombholz. Dies habe eine Analyse der KVB deutlich gemacht.

1604 Hausärzte seien "hausärtzlich untypisch" tätig

Demnach müsse die Zahl der tatsächlich an der hausärztlichen Versorgung in Bayern teilnehmenden Ärzte um etwa 20 Prozent reduziert werden, weil viele Praxen in der Statistik formal zwar als Hausarztpraxis geführt werden, aufgrund ihrer Praxisstruktur aber nicht an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen, erläuterte Krombholz.

Angesichts dieser Ergebnisse müsse die hausärztliche Versorgung in Bayern neu bewertet werden. Von den rund 9100 Hausärzten seien 1604 "hausärztlich untypisch" tätig.

In einigen Stadtteilen in München herrsche Hausarztmangel

"Entscheidend ist die Versorgungsrealität und nicht die formale Rasterung", erklärte Krombholz. So gesehen gebe es sogar in München einige Stadtteile mit zu wenig Hausärzten.

Das Versorgungsstrukturgesetz biete zwar einige Ansätze für eine kleinräumigere Bedarfsplanung. Ob es mit dem neuen Gesetz jedoch gelingen werde, mehr Ärzte aufs Land zu schaffen, sei zweifelhaft, so Krombholz.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (19625)
Organisationen
KV Bayern (987)
Personen
Wolfgang Krombholz (139)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Dieses Training hält jung

Forscher haben in einer Studie Trainingsformen identifiziert, die die Zellalterung verlangsamen: Wer sein Leben verlängern will, sollte wohl eher aufs Laufband als in die Muckibude. mehr »

Mehr Ausgaben zur Gesundheitsförderung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr 8,1 Millionen Menschen mit gesundheitsfördernden und präventiven Maßnahmen erreicht – so viele wie nie zuvor. Doch es gibt auch Lücken. mehr »

Zahl der Abtreibungen zurückgegangen

2018 wird es wohl weniger Schwangerschaftsabbrüche geben als im Jahr zuvor, so eine Statistik. mehr »