Ärzte Zeitung, 18.03.2012

Kommentar

Mehr Anreize - mehr Investitionen

Von Anno Fricke

Das Versorgungsstrukturgesetz hat richtige Akzente gesetzt. Es gibt mehr Geld für Landärzte, ihre Arbeitsbedingungen sollen entrümpelt werden. Aber reicht das schon?

Vielleicht brauchen die KVen sogar noch mehr Spielräume, um dem Ärztemangel vor allem auf dem Land zu begegnen. Die jetzt vorgelegten Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, einer Stiftung der KVen, belegen, dass selbst hohe Einkommensunterschiede zugunsten der Landärzte nicht ausreichen, um Ärzten das flache Land schmackhaft zu machen.

27 Euro netto verdient demnach der Landarzt pro Stunde, 24 Euro der Arzt in der Stadt. Für die Politiker muss dies ein Alarmsignal sein.

Dies gilt auch für den Rückgang der Investitionen in den Praxen, der nicht nur darauf zurückgeführt werden kann, dass ältere Praxisinhaber für neues Gerät nicht mehr so tief in die Tasche greifen wollen.

Wenn die Ärzte beginnen, Investitionen vor sich her zu schieben, ist dies ein Indiz dafür, dass ihnen dafür zu wenig Geld übrig bleibt.

Die Patienten haben einen Anspruch auf eine Versorgung auf dem Stand des medizinisch-technischen Fortschritts. Die Investitionstätigkeit sollte schleunigst reanimiert werden.

Lesen Sie dazu auch:
KBV kritisiert Zwangsrabatt bei Honoraren

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »